Mit wem sich Friedrich Merz hier infolge seiner Brandmauerneurose fahrlässig ins Koalitionsbett gelegt hat, dürfte ihm, hätte er auch nur einen Funken von Restgewissen, dieser Tage besondere Kopfzerbrechen bereiten: Lars Klingbeil, SPD-Chef, Finanzminister und eigentlicher Strippenzieher in dieser widernatürlichen AfD-Verhinderungsregierung, kommandiert Merz nicht nur herum und drückt ihm für die Erfüllung dessen Lebenstraums Bundeskanzler seine gesamte Linksagenda auf; er lässt auch keine Gelegenheit aus, den Kanzler zu kritisieren, zu maßregeln und zum Gespött zu machen. Eigentlich gehören sich in eine nach außen auf professionelle Zusammenarbeit beachten. Bundesregierung sollte Breitseiten überhaupt nicht, doch wenn sie vorkommen, dann blieben sie in der Vergangenheit stets auf innerparteiliche Äußerungen oder Medienauftritte beschränkt. Nie im Traum wäre irgendeinem Minister irgendeiner Regierung seit 1949 eingefallen, den eigenen Bundeskanzler über offizielle Regierungkanäle zu attackieren.
Doch genau das hat Lars Klingbeil nun getan: In seiner Gastrede auf dem diesjährigen Bundeskongress der Industriegewerk IGBCE, die (noch) 1,1 Millionen Beschäftige vertritt, ätzte Klingbeil über die “Stadtbild“-Aussage von Friedrich Merz ab und rückte den Kanzler in die Nähe von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, natürlich unter Aufbietung polemischer und populistischer Floskeln, mit denen er das schwere Standing seiner 13-Prozent-Kleinpartei in den Gewerkschaften aufbessern wollte. So weit, so banal – doch diese Rede und die aggressiven Passagen gegen seinen eigenen Kanzler publizierte sein Ministerium auf dem offiziellen X-Kanal des Bundesfinanzministeriums.
Ein Fall für den Koalitionsbruch
Ein Vizekanzler, der auf dem Regierungsaccount seinen eigenen Chef angreift: So etwas kann sich ein Bundeskanzler, selbst wenn er nur ein Grüßaugust und Papiertiger ist Merz, unmöglich bieten lassen. “Würde das in der Wirtschaft passieren, wäre das ein Grund für fristlose Kündigung”, empörten sich Netzkommentatoren; ein anderer schrieb: “Wenn sich Merz das gefallen lässt, ist er erledigt.” Und Julian Reichelt kommentiert: Lars Klingbeil benutzt jetzt die Regierungskanäle für seinen Angriff auf den Bundeskanzler. Er will diese Regierung sprengen und das Land in den großen Lagerwahlkampf führen, um seinen NGO-Mob zu mobilisieren. Wenn irgendjemand die CDU wirklich zerstören will, dann ist es Lars Klingbeil.”
Natürlich wird Friedrich Merz auch diesen Affront aussitzen – denn als Lügenkanzler ohne Rückgrat ist er ohnehin schmerzfrei, was seine Außenwirkung anbelangt. Er hat keine Alternative, da er sich jeder Alternative wortwörtlich beraubt hat als Folge seiner aberwitzigen Brandmauer-Ideologie… und deshalb ist das Repertoire an Grausamkeiten, die ihm die SPD noch zumuten wird, wohl noch längst nicht ausgeschöpft. Selbst schuld, kann man da nur sagen! Aber im Ansehen kann dieser Skandalkanzler sowieso nicht weiter sinken. (TPL)























