Kann man sich nicht ausdenken: Benjamin Idriz, als Judenhasser in der Kritik stehender Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, erhält einen "liberalen" Preis (Foto:Imago)
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Die politisch tote FDP sinkt immer tiefer: Thomas-Dehler-Preis für israelfeindlichen Imam

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Die FPD ist zwar politisch schon lange tot, für einen handfesten Skandal aber immer noch gut: Am heutigen Mittwoch will die parteinahe Thomas-Dehler-Stiftung den Thomas-Dehler-Preis ausgerechnet an den Imam Benjamin Idriz verleihen, weil dieser angeblich den Ruf genieße, ein Brückenbauer zwischen Glauben, Kulturen und Menschen zu sein. Der Dehler-Preis zeichnet „die Stärkung des Rechtsstaates sowie Verdienste im Kampf gegen Vorurteile, Intoleranz und Hass zwischen Völkern, Rassen, Klassen und Religionen und gegen die Feinde der Freiheit“ aus. Vorherige Preisträger waren unter anderem Otto Graf Lambsdorff, Hans-Dietrich Genscher, Joachim Gauck oder Helmut Markwort.

In dieser Reihe steht nun ein Mann, der die Prinzipien dieses Preises und seiner Vorgänger nicht grotesker missachten könnte. Denn Idriz ist mitnichten der Vertreter eines toleranten Islams, sondern unter anderem ein glühender Judenhasser. Seine Gemeinde stand von 2007 bis 2010 unter Beobachtung des bayerischen Verfassungsschutzes – und zwar, weil „führende Mitglieder“ Kontakte „zu mehr als problematischen Personen“ unterhielten, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann erklärte. Idriz pries den Imam Hussein Djozo als „theologisches Vorbild“, Vertreter eines „zeitgemäßen Islam“ und „Pionier islamischer Reformen in Bosnien und Herzegowina“ sowie als „Vorreiter für ein ausgeprägtes und konsequentes Reformschema“ in der muslimischen Welt. Dabei war Djozo ein enger Mitstreiter von Amin al-Husseini, einem fanatischen Judenhasser und Hitler-Anhänger. Djozo war sogar Hauptsturmführer der Waffen-SS und leitete das vom „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler gegründete Institut im brandenburgischen Guben, in dem Imame für die vornehmlich muslimische bosnische Handschar-Division der Waffen-SS ausgebildet wurden. Vor 15 Jahren behauptete Idriz, nichts von der Nazi-Vergangenheit seines Helden gewusst zu haben. Seine Wertschätzung beruhe auf dessen religiösen Reformschriften, die er seit den 1960er-Jahren verfasst habe.

Exzessive Verbreitung von Hamas-Propaganda?

Dass es sich bei solchem Geschwafel nicht um einen Ausrutscher handelte, bestätigte Idriz erst diesen Monat: Zum zweiten Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel am 7. Oktober, verlangte er allen Ernstes und öffentlich, die jüdische Gemeinde in Deutschland solle sich von der israelischen Regierung distanzieren – und begründete dies auch noch damit, die muslimische Community hätte sich seinerzeit auch vom Islamischen Staat im Irak und Syrien distanziert, was eine glatte Lüge ist. Die muslimischen Verbände in Deutschland haben sich noch nie vom islamistischen Terror distanziert. Eine solche Distanzierung der Juden in Deutschland von Israel hätte Antisemitismus verhindern können, wagte Idriz zu behaupten und griff damit das alte Klischee auf, dass die Juden selbst am Antisemitismus schuld seien. Damit stellte er die demokratische Regierung Israels zudem auf eine Stufe mir terroristischen Mörderbanden. In den sozialen Medien teilt Idriz ständig Beiträge, die Israel des Genozids bezichtigen und Hamas-Propaganda verbreiten; 2019 betrauerte er den verstorbenen ägyptischen Muslimbruder-Chef Mohammed Mursi; 2016 bestätigte er, als Vorsitzender des Münchner Forum für Islam e.V., 44.756 Euro von der Qatar Charity erhalten zu haben, die zur Muslimbruderschaft gehört; zudem nahm er in München, gemeinsam mit Anhängern der islamo-faschistischen „Grauen Wölfe“, an einer Demonstration für den türkischen Despoten Recep Tayyip Erdoğan teil.

Man kann sich also nur entgeistert fragen, wer auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet einem solchen Mann einen Preis zu verleihen, der nach einer liberalen Lichtgestalt wie Thomas Dehler benannt ist. Die Laudatio hält dann auch noch Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger halten, die sich zwar als Ur-Liberale versteht, die aber auch bereits als Festrednerin zum zehnjährigen Jubiläum des „Islamischen Forums Penzberg“ auftrat und den angeblichen Einsatz Idriz` und seiner Gemeinde für Integration, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit lobte. Die bayerische FDP hat sich zwar von der Verleihung distanziert, betonte aber, dass die Thomas-Dehler-Stiftung von der FDP unabhängig sei. Deren Präsident Thomas Hacker reagierte auf Kritik der Deutsch-Israelischen Gesellschaft mit der Behauptung, diese käme lediglich von links und grün. Idriz selbst hält sich übrigens für einen würdigen Preisträger, da sein angeblicher Einsatz für „eine Integration des Islam“ und „ein Zusammenleben der Gesellschaft“ zum Dehler-Preis, da der Namensgeber sich ebenfalls für Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt habe. Die FDP beweist mit dieser Farce jedenfalls einmal mehr, dass sie nur noch ein schlechter Witz ist. (TPL)

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