Eine Farce: NATO-Generalsekretär Mark Rutte erhält den Westfälischen Friedenspreis (Foto:Imago)
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Westfälischer Friedenspreis geht an die NATO-Kriegstreiber: Wenn sich Auszeichnungen selbst parodieren

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Preisverleihungen in Deutschland geraten mehr und mehr zu ihrer eigenen Karikatur: Der Grimme-Preis geht immer wieder an den linksradikalen ZDF-Hetzer Jan Böhmermann, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Kriegsbefürworter wie Anne Applebaum oder Karl Schlögel – und nun geht auch noch der Westfälische Friedenspreis ausgerechnet an die NATO und deren Generalsekretär Mark Rutte! „Mit der Auszeichnung des NATO-Bündnisses würdigen wir eine Institution, die in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit schafft, Partnerschaft fördert und Frieden durch Stabilität ermöglicht“, erklärte Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), die den Preis vergibt. Mit der Verleihung an ein Militärbündnis würdige man die kontinuierliche Friedensarbeit der NATO im Sinne des Erbes des Westfälischen Friedens. „Frieden gelingt nur durch verbindliche Ordnung, Interessenausgleich und institutionelle Verlässlichkeit“, so Zinkmann.

Mit der Entscheidung für die NATO und Ruttes würden die WWL und die Jury auch die transatlantische Zusammenarbeit stärken, die insbesondere in einer zunehmend multipolaren Weltordnung von besonderer Bedeutung sei. Die NATO stehe seit mehr als sieben Jahrzehnten als Bündnis für eine regelbasierte Sicherheitsarchitektur, die Konflikte eindämme, Eskalation vorbeuge und Zusammenarbeit stärke. Die Auszeichnung Ruttes, der erst seit knapp über einem Jahr im Amt ist, wurde damit begründet, dass dieser eine Führungspersönlichkeit sei, die in Zeiten geopolitischer Spannungen Pragmatismus, Geschlossenheit und Maß verkörpert habe. Seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 habe Rutte entscheidend dazu beigetragen, dass die Allianz geschlossen und friedensorientiert handele. Man kann über solches Geschwurbel nur noch den Kopf schütteln.

Lächerliche tagespolitisch motivierte Auszeichnung

In der Jury saßen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Grünen-Politiker Cem Özdemir und Miele-Geschäftsführer Reinhard Zinkann. Diese stark politische Zusammensetzung mit einem klaren Schwerpunkt auf Ukraine-Kriegsbefürwortern erklärt immerhin das Zustandekommen dieser geradezu grotesken Verleihung eines Preises, der an den Westfälischen Frieden von 1648 erinnert, an das stärkste Militärbündnis der Welt, das sich immer weiter ausdehnt und damit zur Eskalation des Ukraine-Konflikts entscheidend beigetragen hat. Erster Preisträger war 1998 der tschechische Präsident Vaclav Havel, danach folgten unter anderem Helmut Kohl, Valery Giscard d’Estaing, Kofi Annan, Daniel Barenboim und Helmut Schmidt.

Nun also die NATO. Diese offenkundig rein tagespolitisch motivierte Auszeichnung ist einfach nur lächerlich. Ein geeigneter Kandidat wäre etwa US-Präsident Donald Trump gewesen, um dessen weltweite Friedensbemühungen zu würdigen. Aber den Mut, den in Europa verhassten Präsidenten auszuzeichnen, der tatsächlich konsequent eine Politik verfolgt, die im Einklang mit den Prinzipien des Preises steht, hat man natürlich nicht. (TPL)

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