Die berühmte Kalksteinbüste der ägyptischen Königin Nofretete, vor rund 3.300 Jahren von Thutmosis geschaffen, gilt als ein Meisterwerk der Antike: Ein symmetrisches Gesicht mit hohen Wangenknochen, schmaler Nase, vollen Lippen und blauer Krone. Seit ihrer Entdeckung 1912 in Tell el-Amarna durch den deutschen Ägyptologen Ludwig Borchardt steht sie im Neuen Museum in Berlin – ein Symbol für Schönheit und Kontroverse. Der Fundort, 300 km südlich von Kairo, war Schauplatz einer genehmigten Ausgrabung. Borchardt, finanziert vom Mäzen James Simon, barg die Büste am 6. Dezember 1912 aus einer Werkstatt des Bildhauers. Er notierte begeistert in seinem Tagebuch: „Die bunte Büste wurde herausgehoben und wir hatten das lebensvollste ägyptische Kunstwerk in den Händen. Beschreiben nützt nichts, ansehen.“
1913 wurde sie nach Berlin transportiert, erst zehn Jahre später öffentlich ausgestellt. Dieser Vorgang war damals klar legal, da eine von den Behörden genehmigte Fundteilung das Exponat den Deutschen zusprach – zur fachgerechten Aufbewahrung und Ausstellung, die in Ägypten nicht gewährleistet gewesen wäre. Doch nun, über 110 Jahre später, sind woke Irre und “postkoloniale“ Schuldkult-Ideologen fieberhaft weltweit damit befasst, vermeintlich “geraubte” Exponate als Inbegriff der verhassten “kulturellen Aneignung” im wörtlichen Sinne zu “restituieren”. Welche abstrusen und schrecklichen Folgen dieser Wahn haben kann, zeigte sich bei der von Annalena Baerbock verbrochenen Rückgabe der Benin-Bronzen an Nigeria – obwohl Deutschland gar keine Kolonialmacht dort war.
Prinzip der Fundteilung
Nun entbrannte eben auch der Streit um Nofretete und die Frage, ob der Abtransport damals legal war. Ägypten, das damals osmanisches Gebiet und britisches Protektorat mit französischer Kontrolle über das Erbe war, fügte sich der genannten Praxis des „Prinzips der Fundteilung“: Der französische Kommissar Gustave Lefèbvre inspizierte die Funde persönlich; die Stiftung Preußischer Kulturbesitz betont: Fotografien lagen vor, Kisten waren geöffnet – es gab keine Täuschung. Alles hatte seine Ordnung. Lefèbvre wählte für die Grande Nation den „Klappaltar von Kairo“ mit Echnaton und Familie, die Büste ging an Deutschland als „ebenbürtiges“ Stück.
Doch heute wollen sich woke Wichtigtuer und “Kritiker” wie der Historiker Sebastian Conrad profilieren – und sehen, was sonst, “Imperialismus”: Die Regelung sei ein “Produkt der ungleichen Machtbeziehungen im imperialistischen Zeitalter“ gewesen. Angeblich habe Lefèbvre keine klaren Fotos erhaltender Büste , was Spekulationen über eine Täuschung nährt. Dafür gibt es allerdings kaum stichhaltige Beweise. Nach Ägyptens Unabhängigkeit 1922 schaffte das Land die Fundteilung ab; sogleich begannen die Rückforderungen der ins Ausland verbrachten “nationalen Kunstwerke“ – obwohl die korrekte Lagerung und Ausstellung nur mit westlichen Standards möglich war. Aktuell heizt die Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums in Giseh die Debatte an: Mit 12 Hallen und über 100.000 Exponaten sähe man dort gerne Nofretetes neues „Zuhause“.
„Narzisstischer Selbsthass“
Ägyptens Stararchäologe Zahi Hawass attackiert den Westen: „Die Europäer sind die größten Diebe der Welt“. Die Stiftung wehrt sich ab: „Von einer Täuschung kann keine Rede sein“. Noch liegt zwar kein offizielles Gesuch der ägyptischen Regierung vor, doch die moralischen Ansprüche wachsen. So spiegelt der Konflikt globale Debatten um koloniale Raubkunst wider.
Während die linken Parteien natürlich am liebsten sofort alles in die krisengeschüttelten Heimatländer zurückverfrachtet würden, was irgendwann einmal von dort hergeholt wurde (im Gegensatz übrigens zu den Menschen, die von dort zu uns kamen), tritt allein die AfD für Augenmaß und kulturpolitische Vernunft ein. Der Fachsprecher für Kultur der AfD-Hauptstadtfraktion, Robert Eschricht, kommentiert die erneute Debatte um den Verbleibt der „Nofretete“-Büste wie folgt: „Die mit ermüdender Regelmäßigkeit aufkommende Debatte über den Verbleib der Nofretete sind nichts als Statusspiele anti-deutscher Shitbürger. Die Wortmeldungen von Jürgen Zimmerer waren schon bei der Karl-May-Debatte geprägt von narzisstischem Selbsthass. Die Büste ist kein geraubtes Kulturgut, sondern wurde im Rahmen einer Fundteilung vor über 100 Jahren rechtmäßig nach Berlin gegeben. Hier ist ihr Platz und hier werden sich noch künftige Generationen an ihr erfreuen.“ (TPL)






















