Denkwürdige Mahnungen: Der deutsche Tech-Milliardär Ralf Dommermuth (Foto:Imago)
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(Nicht nur) im IT-Bereich: Deutschlands hoffnungslose Abhängigkeit von den USA

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Nicht nur, was militärischen Schutz und Energieliegerungen betrifft, ist Deutschland völlig von den USA abhängig, auch seine gesamte IT-Infrastruktur wird inzwischen von US-Konzernen kontrolliert, wie der deutsche Unternehmer und Tech-Milliardär Ralph Dommermuth (u.a. Gründer von 1 & 1) warnt. Die digitale Abhängigkeit der Bundesrepublik und Europas von den USA werde sogar „jeden Tag größer“. US-Konzerne würden mittlerweile die gesamte Wertschöpfungskette vom Chipdesign über Server, Cloud-Plattformen, KI-Modelle und Online-Marktplätze bis zu den Anwendungen kontrollieren, so Dommermuth. Dadurch gingen „immer größere Teile der digitalen Wertschöpfung“ verloren. Es dränge sich die Frage auf: „Was passiert, wenn diese Abhängigkeit gegen uns verwendet wird?“

Im Gegenzug dafür, dass er sie in Ruhen lasse, ihnen niedrige Steuern garantiere und Regulierungsversuche abwende, erwarte US-Präsident Donald Trump, dass die Tech-Konzerne sich an seinen Regeln orientieren, so Dommermuth weiter. „Wenn jemand ausschert, kann er sich abwenden und zusätzlich mit der Zerschlagung des Konzerns drohen, was angesichts der jeweiligen Marktmacht kein großes Problem sein sollte. Man hält sich gegenseitig den Rücken frei“. So stelle es sich zumindest für ihn dar. Erschwerend hinzu komme, dass Konzerne wie Amazon, Google oder Microsoft immer mehr Daten zuflössen und sie nach dem sogenannten Cloud Act verpflichtet seien, auf Anfrage der amerikanischen Sicherheitsbehörden auch ihre im Ausland gewonnenen Daten weiterzugeben. Den amerikanischen Cloud-Betreibern sei es „danach nicht einmal erlaubt, ihre Kunden darüber zu informieren.

Geist aus der Flasche

Lediglich China habe dem Paroli geboten, was jedoch viele Jahre und Abermilliarden an Dollar gekostet habe und überdies nur mit der totalen Abschottung des Heimatmarktes China zu erreichen gewesen sei. Eine derartige gemeinsame Kraftanstrengung hält Dommermuth in Deutschland und Europa für unrealistisch. Ein erster Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit „wären fest umrissene Souveränitätskriterien. Außerdem sollten wir es wie die USA machen, wo der Staat ein sehr großer Ankerkunde ist“, empfiehlt er. Zudem könne man ohne Aufwand festlegen, „dass in Europa angebotene Anwendungen ab Erreichung einer gewissen Umsatzschwelle zwingend in Cloud-Rechenzentren betrieben werden müssen, die mehrheitlich EU-Staatsbürgern gehören und von diesen tatsächlich kontrolliert werden“. Dennoch sei es wohl zu spät, um der Allmacht der US-Konzerne etwas entgegenzusetzen. Man habe zu lange weggeschaut, sei es bei fragwürdigen Steuermodellen oder der Missachtung des Datenschutzes. Nun sei „der Geist aus der Flasche“.

Und das gilt für alle zukunftsfähigen Bereiche. Deutschland und Europa sind völlig unfähig, sich anzupassen. Überalterung, Selbsthass, Leistungsfeindlichkeit, Überbürokratisierung und erstarrte Strukturen haben dazu geführt, dass der alte Kontinent nicht mehr die Kraft und den Willen hat, zu überleben. Er lässt sich von außen vorschreiben, wer über seine Grenzen kommt, zerstört seine Sozialsysteme und seine Kultur, hat jeden weltpolitischen Einfluss verloren und wird von Politikern beherrscht, die nur ihre eigenen Bevölkerungen schikanieren können. Die völlige IT-Abhängigkeit von den USA rundet dieses Bild der Schwäche und Selbstaufgabe ab. (TPL)

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