Während die Regierung von einer Krise zur nächsten taumelt, geht der Zusammenbruch der Wirtschaft in Deutschland unerbittlich weiter. Zu den zahllosen Unternehmen, die pleitegehen, Jobs abbauen oder flüchten, weil sich hierzulande nicht mehr wirtschaftlich produzieren lässt, gehört nun auch der britische Wellpappenkonzern DS Smith. Dieser plant, bis Ende nächsten Jahres 500 Mitarbeiter zu entlassen und fünf Werke in Paderborn und Hövelhof (Nordrhein-Westfalen), Mannheim und Endingen am Kaiserstuhl (Baden-Württemberg) sowie Donauwörth (Bayern) zu schließen. In Hamburg ist eine Teilschließung des Displaywerks vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein Kartonwerk, ein Werk für Display- und Offsetdruck sowie drei Bogenwerke.
Offiziell sei noch keine Entscheidung getroffen worden, teilte das Unternehmen mit, allerdings erklärte Reinier Schlatmann, Manager bei DS Smith für Central EMEA Packaging, der US-Mutterkonzern International Paper wolle mit den Schließungen „die Effizienz steigern und auf die sich wandelnden Bedürfnisse seiner Kunden unter schwierigen Marktbedingungen reagieren“. Zudem solle das Unternehmen „optimal auf Wachstum“ ausgerichtet werden.
500 Jobs futsch
Von DS Smith hieß es weiter, man wolle auf die schwierigen Marktbedingungen reagieren und profitables Wachstum beschleunigen. Es habe eine strategische Überprüfung der Verpackungsstandorte gegeben, um Ressourcen zu optimieren. Man glaube, „dass diese Überprüfung in Deutschland uns helfen wird, Kosten dort zu senken, wo sie keinen Mehrwert bringen“.
Martin Zoidl, Betriebsratsvorsitzender am Werk Hövelhof, sagte: „Wir sind natürlich sehr betroffen. Da haben wir so nicht mit gerechnet, weil unser Standort ja auch noch schwarze Zahlen schreibt. Die Mitarbeiter sind erst einmal fertig gewesen“. Die Leitung habe vorher nicht versucht eine Lösung gemeinsam mit Betriebsrat und Arbeitnehmern zu finden. An einen Erhalt des Werkes glaubt man nicht mehr. Der Betriebsrat informiert sich bereits über mögliche Abfindungen. Auch mit den Kollegen vom Standort Minden sei man schon in Kontakt: „Man hat uns zugesagt, wenn es offene Stellen an den anderen Standorten gibt, dann werden wir bevorzugt behandelt“, so Zoidl. Damit ist die unaufhörliche Liste mit Arbeitsplatzverlusten, Firmenpleiten und Flucht aus dem Standort Deutschland um ein Kapitel reicher, und jeden Tag kommen neue hinzu.























