Kartellparteien in nackter Panik: Wirtschaftsverbände und immer mehr Bürger nähern sich der AfD an
Der Wind dreht sich rapide: Die Lage in Deutschland ist inzwischen derart desolat, dass die Brandmauer gegen die AfD immer mehr Risse bekommt. Laut der der Forschungsgruppe Wahlen liegt das Wählerpotenzial der AfD inzwischen bei 32 Prozent, fünf Prozent mehr als noch im Mai und acht Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Keine andere Partei konnte ihr Wählerpotenzial stärker steigern. In einer INSA-Umfrage erklärten nur noch 49 Prozent der Befragten, sich nicht vorstellen zu können, AfD zu wählen; der Höchstwert lag hier schon einmal bei 75 Prozent. Das bedeutet also: 51 Prozent – und somit eine Mehrheit – kann sich vorstellen, AfD zu wählen! Einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Arbeitgeberverbands BDA zufolge sind 77 Prozent der Unternehmer mit der Arbeit der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden, in der Wirtschafts- und Sozialpolitik sind es sogar 82 Prozent.
Angesichts dieser Politikdämmerung und des sich drehenden Winds geht bei den Altparteien geht zunehmend Panik um. Beim Arbeitgebertag in Berlin warnte Finanzminister Lars Klingbeil am Dienstag vor einer Annäherung an die AfD. Die demokratische Mitte müsse Lösungen für Deutschland finden. „Aber dafür macht man nichts mit den Rechtsextremen“, so Klingbeil. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz vor den Arbeitgebern, Deutschland müsse trotz großer Herausforderungen eine offene, freiheitliche, liberale, tolerante und demokratische Gesellschaft bleiben. Dies sei nicht mehr so selbstverständlich. „Wir sehen mittlerweile eine tiefe Spaltung auch des Westens“, sagte er. Rechter Populismus sei keine Antwort. „Schauen Sie in die Geschichtsbücher, was daraus geworden ist. Es wiederholen sich heute zu viele Muster, die wir in unserer Geschichte alle schon einmal gesehen haben“, schwadronierte er. Mehr als solche abwegigen, vulgärhistorischen Vergleiche fallen ihm nicht mehr ein.
Klingbeil droht und warnt – doch die Brandmauer ist als “Strategie” erschöpft
Grund für diese eindringlichen Warnungen ist die Einladung von AfD-Abgeordneten durch den Verband der Familienunternehmer zu dessen parlamentarischen Abend in Berlin. Dieser fand in der Niederlassung der Deutschen Bank statt, die es nicht für unter Würde hielt, daraufhin umgehend den Mietvertrag mit dem Verband zu kündigen. Neben dieser linken Stigmatisierung von systemanbiedernden Konzernen scherten auch eigene Verbandsmitglieder prompt aus; die für ihre linken Haltungsbekenntnisse berüchtigte Drogeriekette Rossmann kündigte gar ihre Mitgliedschaft bei den Familienunternehmern. Grund für die heuchlerische Empörung: Deren Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt: „Wir verabschieden uns von den Brandmauern“. Die Brandmauer zur AfD, die von den meisten Verbänden bislang aufrechterhalten worden sei, habe nichts gebracht. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann erklärte ebenfalls, das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei mit dem jüngsten parlamentarischen Abend aufgehoben worden.
Auf Landesebene habe es diese Brandmauer ohnehin nie gegeben. Empörung allein habe sich „als politische Strategie erschöpft“, so Ostermann weiter. Die Hoffnung, man könne ein Viertel der deutschen Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr bewegen, sei nicht aufgegangen. AfD-Chefin Alice Weidel erklärte: „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Wirtschaft und Mittelstand das Gespräch auch mit Vertretern der Opposition suchen, noch dazu, wenn diese die nach Umfragen stärkste politische Kraft im Land darstellt. Die Familienunternehmer müssten für ihren Mut gelobt werden. Auch andere Vertreter von Wirtschaft, Finanzwelt und Mittelstand wären gut beraten, dem Beispiel der Familienunternehmer zu folgen“. Distanzierungen und Ausgrenzungsrituale seien nicht hilfreich. Diese Erkenntnis setzt sich in der Gesellschaft offenbar immer mehr durch, wenn auch einige Unverbesserliche lieber mit dem alten Regime untergehen. (TPL)