Wieder mal angefeindet und diskriminiert: Beatrix von Storch (Foto:Imago)

Wurstverkäufer verweigert Schinkenverkauf an Beatrix von Storch: Der Ungeist von 1933 ist weiter lebendig

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Einem Wurstverkäufer auf einem Weihnachtsmarkt in Schleswig-Holstein ist es gelungen, ein besonders beeindruckendes Zeichen gegen den Faschismus zu setzen – zumindest dürfte er sich das einbilden. Denn nun kann er sich mit der „Heldentat“ brüsten, der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch den Verkauf von Schinken verweigert zu haben! „Gestern schöner Weihnachtsmarkt in Schleswig-Holstein. Und ganz zum Schluss wollte ich hier noch Schinken einkaufen. Aber dieser Nazi da im Bild verkauft nicht an Leute, gegen die er was auch immer hat. Er benimmt sich wie ein Nazi. Er teilt ihre Werte. Also ist er einer. Widerlich. Diese Typen wären im 3. Reich alle in der 1. Reihe marschiert“, berichtet von Storch.

Damit bringt sie diese Selbstgefälligkeit und Verlogenheit perfekt auf den Punkt. Solche Gestalten halten sich für tapfere Widerstandskämpfer gegen den angeblich wiederkehrenden Nationalsozialismus, offenbaren in Wahrheit aber nur das immer gleiche elende deutsche Mitläufertum, indem sie ihre staatlich vorgegebene “Haltung” für eine Heldentat halten. Wenn morgen ein blauer Stern oder eine “Nazi”-Armbinde als Kennzeichnungspflicht für AfDler gefordert würden, wären solche Typen als erste begeistert.

Lächerlicher Gratismut

Man darf davon ausgehen, dass der Mann niemandem außer AfD-Politikern oder -Anhängern den Verkauf seiner Waren verweigern würde. Jeder offensichtliche Linksradikale, eine von ihrem Mann in eine Burka eingesperrte Muslimin oder auch Politiker anderer Parteien würde er anstandslos bedienen, selbst wenn er eine noch so große persönliche Abneigung gegen sie hegen würde.

Aber weil der Hass auf die AfD offiziell genehm(igt) ist und belohnt wird, nutzte er die Gelegenheit für diese lächerliche Posse – und wähnt sich nun wahrscheinlich auf einer Stufe mit dem Hitler-Attentäter Stauffenberg. Dieser Gratis-Heldenmut, sich als Herdentier der gleichgesinnten Masse als „Widerstandskämpfer” zu fühlen, ist so lachhaft wie erbärmlich. Dabei merken er und seine zahllosen Gesinnungsgenossen im ganzen Land gar nicht, wie peinlich ihr Gebaren ist und dass sie sich in der Tat ganz genau so verhalten, wie die Volksgenossen im „Dritten Reich“, von denen sie sich so sehr zu unterscheiden glauben. (TPL)

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