Einst gefeierter ARD-Star, heute auch als "Schwurblerin" und "Putinistin" verhetzt: Gabriele Krone-Schmalz (Foto:Imago)
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Gabriele Krone-Schmalz hält der verlogenen Anti-Russland-Propaganda der deutschen Politik den Spiegel vor

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Die Journalistin und Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz war einst eins der bekanntesten Gesichter der ARD, wurde mit zahlreichen Preisen und dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet, gilt aber seit vielen Jahren als Paria, weil sie das auch schon lange vor dem Ukraine-Krieg weitverbreitete Russland-Bashing in Deutschland und Europa kritisiert. In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ äußerte sie sich verhalten optimistisch über den 28-Punkte-Friedensplan der US-Regierung zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Zwar sei sie mit Prognosen sehr vorsichtig, aber es sei doch wohl noch nie so viel Bewegung in der Sache gewesen und das US-amerikanische Interesse, den Krieg in der Ukraine zu beenden, sei aus vielerlei Gründen groß. Zudem hätten die USA die Macht, das durchzusetzen. Deutschland und die EU kritisierte sie erneut dafür, sich damit schwertun, „russische Interessen überhaupt mal zur Kenntnis zu nehmen und sie nicht von vornherein als illegitim beiseite zu wischen“. Ausgerechnet unter Präsident Donald Trump hätten die USA damit begonnen. Dies sei „nicht der schlechteste Ansatz, um Lösungen zu finden, die in sich eine gewisse Stabilität beinhalten. Unabhängig von Sicherheitsgarantien“. Einige Positionen der deutschen Regierung und der EU, wie etwa eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, würden sich dagegen durch einen „gewaltigen Realitätsverlust“ auszeichnen. Für Russland komme eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nicht infrage, was ja mittlerweile auch die Position der USA sei. Das müsse man nicht gut finden, aber Politik müsse mit Realitäten zurechtkommen, und eine Realität sei, dass eine ukrainische NATO-Mitgliedschaft russischen Sicherheitsinteressen massiv widerspreche.

Solange man in Kategorien wie Sieg oder Niederlage denke und auch Begriffe wie Kapitulation eine Rolle spielten, würden konstruktive Lösungen, die für die Menschen gut seien, fast zwangsläufig übersehen. Das sei der Unterschied zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik, so Krone-Schmalz. Allerdings seien die Positionen der deutschen Bundesregierung und der EU in Russland ohnehin „einigermaßen unerheblich“ und spielten „keine nennenswerte Rolle mit Blick auf konstruktive Auswege“. Dass es nun so aussehe, als ob Russland sich mit allem durchsetze, liege nur darin, dass russische Interessen im Westen bislang keine Rolle gespielt hätten.

Vertrauensbildende Maßnahmen undenkbar

Was die Zukunft des deutsch-russischen Verhältnisses betrifft, frage sie sich, „wie deutsche Politiker von ihren martialischen Statements wieder runterkommen wollen, die da lauten: Russland war immer unser Feind und wird immer unser Feind bleiben“, so Krone-Schmalz. Sie habe „größte Probleme mit der Geschichtsvergessenheit“. Offenbar sei überhaupt nicht mehr im kollektiven Bewusstsein der deutschen Gesellschaft, „wie großherzig uns die Menschen der Sowjetunion und eben auch Russlands verziehen haben, nach allem, was Deutsche im Dritten Reich verbrochen haben“. Moskau habe eine entscheidende Rolle bei der deutschen Vereinigung gespielt und „in einem Höllentempo seine Soldaten nach Hause geholt“, obwohl man nicht gewusst habe, wie man sie vernünftig unterbringen sollte. Und dann seien es ausgerechnet die Deutschen, „die in einer Art und Weise Russenhass verbreiten“. Sie könne sich fast nicht vorstellen, wie man nach der Vorgeschichte überzeugend vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen könne.

Auch wenn Krone-Schmalz in manchen Gebieten gründlich danebenlangt und insbesondere bei ihrer israelfeindlichen propalästinensischen Position völlig aufs Glatteis geraten ist: Beim Thema Russland hat sie definitiv einen Punkt. Ihre wohltuend realistischen Ausführungen zum Ukraine-Konflikt  unterscheiden sich wohltuend von der unaufhörlichen Kriegshetze deutscher und europäischer Politiker und Medien, die seit Tagen auf Trumps Friedensplan eindreschen. Der Ukraine-Krieg spielt längst eine zentrale Rolle im Kalkül der europäischen Politversager, vor allem in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Er hilft ihnen, den von ihnen verursachten oder nicht bekämpften wirtschaftlichen und kulturellen Kollaps zu vertuschen, indem man durch fieberhafte Aufrüstung eine Scheinblüte schafft und das absurde Gespenst eines russischen Angriffs auf Europa an die Wand malt. „Man hat den Eindruck, dass jemand in Paris und Berlin interne Probleme hat und den Krieg fortsetzen will, vielleicht um Waffen zu verkaufen“, vermutet der italienische Vizepremier Matteo Salvini, womit er den Nagel auf den Kopf trifft. Der Krieg dient einer verbrecherischen, unfähigen und auf ganzer Linie gescheiterten Elite dazu, ihr historisches Totalversagen zu kaschieren. Dafür wurde das Verhältnis zu Russland zerstört, ein gar nicht zu beziffernder wirtschaftlicher Schaden durch völlig sinnlose Sanktionspakete verursacht und die europäische Glaubwürdigkeit in der Welt noch weiter erschüttert. Auch daran wird Europa noch für Generationen zu tragen haben. (TPL)

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