Russische MiG-31-Jäger (Symbolbild:Imago)
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Nächste antirussische Stimmungsmache: Luftalarm in Polen wegen „russischer Kampfjets“ – ohne Luftraumverletzung

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Um die durch nichts und wieder nichts belegte, völlig aus der Luft gegriffene Mär von der Dauerbedrohung der NATO durch angeblich Expansions- und Angriffsgelüsten Russlands am Köcheln zu halten, wird in schöner Regelmäßigkeit – und vor allem immer dann, wenn mal wieder durch zu viel Friedensgespräche oder diplomatische Bemühungen die geführte Panik nachzulassen droht – nachgeschärft und irgendeine neue Räuberpistole von russischen Provokationshandlungen oder Scheinangriffen aus dem Hut gezaubert.

Die letzten Monate über wiederholte sich dieses perfide Spiel westlicher Vorkriegspropaganda immer wieder; seien es angeblich durch russischen Störfunk abgelenkte EU-Dienstflugzeuge nach Bulgarien mit Ursula von der Leyen an Bord, vorgebliche Luftraumverletzungen in der Ostsee oder natürlich die immer wiederkehrenden Meldungen behaupteter russischer Drohnen (gestern angeblich erst wieder in der Republik Moldau!), von denen keine einzige jemals abgeschossen geschweige denn sichergestellt und identifiziert wurde.

Null Gefährdungslage

Und jetzt wird die schon wieder weggenickte Öffentlichkeit erneut aufgescheucht, diesmal mit einer Meldung aus Polen: dort habe die Luftverteidigung auf einen „Zwischenfall mit der russischen Luftwaffe reagiert”, ist zu lesen; die NATO sei „alarmiert“ und sogar die Bundeswehr „beteiligt“. Der Grund:  Russische Kampfjets sollen einen Alarm der Luftverteidigung in Polen ausgelöst haben.  Soweit die Schlagzeile.

Das klingt bedrohlich – ist aber bei näherer Betrachtung kompletter Humbug: Denn die  eigentliche Meldung hinter der reißerischen Titelzeile zeugt erneut von einer absoluten Nebelkerze – und bekräftigt eher das genaue Gegenteil einer tatsächlichen Gefährdungslage. Da heißt es nämlich lediglich, dass einige russische MiG-31-Kampfjets-31 vor zwei Tagen – so wörtlich – “ in Richtung der russischen Westgrenze geflogen„, seien. Dies berichtet aktuell auch die  „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf NATO-Kreise. Polnische Streitkräfte sowie in dem Land stationierte Bundeswehr-Soldaten hätten ihre Luftverteidigungssysteme daraufhin „in höchste Alarmbereitschaft“ versetzt. Schließlich seien die russischen Jets „umgekehrt“. Im Klartext: russische Kampfjets haben sich also INNERHALB ihres eigenen Luftraums legitim bewegt. Der reine Richtungsvektor spielt überhaupt keine Rolle, solange kein Eindringen in den fremden Luftraum erfolgt – und dies war hier nicht der Fall. Diese unverantwortliche Fürchtemacherei hat längst Methode. (TPL)

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