Mittlerweile gibt es keinen einst renommierten Preis mehr in Deutschland, der nicht zu seiner eigenen Karikatur geworden wäre. Der Grimme-Preis geht zigfach an einen linksradikalen Hetzer wie Jan Böhmermann, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Kriegsbefürworter wie Anne Applebaum und Karl Schlögel und der Westfälische Friedenspreis (!) geht nächstes Jahr ausgerechnet an die NATO. Da passt es nur perfekt ins Bild, dass die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet wird. Von der Tann sei „eine herausragende Journalistin“, die „erstklassige Arbeit“ abliefere – gestützt auf ihre Kenntnis der Sprachen und Kulturen des Landes – den Menschen und ihren Schicksalen nahe sei, „ohne dazuzugehören, cool – aber nicht kalt“, wie es in der grotesken Begründung der Jury heißt, zu der unter anderem die linken ÖRR-Schlachtrosse Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Golineh Atai, Anette Dittert, Marietta Slomka und Tina Hassel gehören, um nur einige zu nennen. Bei diesem linken Aktivistentableau kann es nicht verwundern, dass der Preis in diesem Jahr zu gleichen Teilen an eine weitere ARD-Frau geht, nämlich Katharina Willinger, die das Studio in Istanbul und das ARD-Büro in Teheran leitet.
Von der Tann hat sich wahrlich einen Namen als glühende Israel-Feindin gemacht, die in ihrer maximal voreingenommenen “Berichterstattung” die Verhältnisse in der Region völlig auf den Kopf stellt. Ihre Beiträge zeichnen sich durch eine geradezu absurde propalästinensische Schlagseite aus: Angaben der Hamas wurden kritiklos übernommen, bei jeder israelischen Meldung fühlte von der Tann sich aber zu dem Hinweis verpflichtet, dass man diese nicht „unabhängig“ überprüfen könne. Dagegen verbreitet sie Schauergeschichten über angebliche palästinensische Opfer sogar dann, wenn sie selbst einräumt, dass man gar nicht wisse, ob sie überhaupt zutreffen. Einen Beitrag des Historikers Omer Bartov, der Israel einen „Genozid“ vorwarf, teilte sie.
Hamas-Mörder verharmlost
Der von der Hamas geschürte Judenhass im Gazastreifen kommt in von der Tanns Berichten ebenso wenig vor, wie die Tatsache, dass die Terrorbande die für das Volk bestimmten Hilfslieferungen selbst einkassiert und die eigenen Leute völlig skrupellos als menschliche Schutzschilde missbraucht. Auch das Leid der israelischen Geiseln der Hamas spielte für von der Tann keine nennenswerte Rolle. Immer schwingt bei ihr mit, dass Israel sich das alles selbst zuzuschreiben habe. „Schon am 7. Oktober verharmloste sie die Mörder der Hamas als ‚militante Palästinenser‘“, hatte Ron Prosor, der israelische Botschafter in Deutschland, bereits vor Wochen kritisiert, als die Auszeichnung von der Tanns bekannt wurde. „Die traurige Wahrheit ist: Die Dämonisierung Israels ist heute der schnellste und bequemste Weg zu einem Medienpreis“, sagte er weiter.
Hanns Joachim Friedrichs habe immer gesagt, dass sich Journalisten mit keiner Sache gemein machen sollten. Er habe für eine neutrale und sachliche Berichterstattung gestanden. Wenn es jedoch um Israel gehe, werde dieser Grundsatz über Bord geworfen. Dass von der Tann nun ausgezeichnet werde, sei daher „keine große Überraschung“. Im Juli hatte Prosor ihr empfohlen, den Job zu wechseln, wenn sie lieber Aktivistin sein wolle. Ludwig Spaenle, der bayerische Antisemitismusbeauftragte, berichtete, wie von der Tann während eines Besuchs im ARD-Studio in Tel Aviv das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 verharmlost und ihm apologetisch erklärt habe, dieses habe „eine Vorgeschichte“, die bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches zurückreiche. Diese relativierende Einstellung ist typisch für die gesamte linke Mainstream-Journaille.
Typische Attitüde
Von der Tann selbst sieht die Preisverleihung, die am 4. Dezember erfolgen wird, als „Anerkennung einer differenzierten, unabhängigen Berichterstattung, die sich von Erwartungshaltungen und Druck von verschiedenen Seiten nicht beeinflussen lässt“. Auch diese dreiste Art, Kritik an offensichtlichen Fehlleistungen als böswillige Kampagnen abzutun, gegen die man sich mutig stemmt, indem man einfach stur weitermacht wie bisher, ist typisch für die Attitüde dieses Milieus. Dieses eilte ihr in Gestalt der Reporter ohne Grenzen und Amnesty International dann auch umgehend zur Hilfe – zwei Organisationen, deren Hass auf Israel ebenfalls längt notorisch ist. Ein Twitter-Nutzer zeigte, was von der Tanns Fans an ihr schätzen – nämlich, dass sie „gegen die mächtige jüdische Lobby und deren unterwürfiges BRD-Establishment“ schreibt. Auch ihr HaussSender, der “Bayerische Rundfunk” (BR), hält stets seine schützende Hand über sie: Dessen Chefredakteur Christian Nitsche verstieg sich gar zu der Behauptung, es sei eine „Vernichtungskampagne“ gegen von der Tann im Gange – eine vor dem Hintergrund des Hamas-Massakers vom 7. Oktober unfassbare Entgleisung.
Von einer solche leidenschaftlichen Unterstützung kann eine nicht-linke BR-Journalistin wie Julia Ruhs nur träumen. Zumindest der Journalist Christian Knatz von der „Allgemeinen Zeitung“ (AZ) zeigte, dass wenigsten bei ihm noch die Maßstäbe stimmen: „Viel offener als von der Tann kann man sich nicht mit der palästinensischen Sache, was auch immer sie alles umfasst, gemein machen“, stellte er fest. Wer das Geschehen im Nahen Osten nur in der „Tagesschau“ verfolge, müsse „zum Schluss kommen, dass eine barbarische israelische Armee überwiegend friedlichen palästinensischen Zivilisten nachstellt“. Das Wort „Genozid“ werde bei jeder Gelegenheit platziert. Applaus von Gesinnungsgenossen mache das Juste Milieu der Haltungsjournalisten selbstsicher. Bei der britischen BBC habe – neben dem manipulativen Trump-Kapitol-Propagandastück – auch die „einäugige Nahost-Berichterstattung“ dazu geführt, dass die Senderspitze ausgetauscht worden sei, in Deutschland hingegen gebe es für diese Wirklichkeitsklitterung einen Preis.
Treffender kann man diese Farce kaum auf den Punkt bringen. (TPL)























