Nächste Plagiatsaffäre – diesmal um Ukraine-„Experten“ und Scharfmacher Carlo Masala
Der als „Plagiatsjäger“ bekannt gewordene österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber hat möglicherweise einen weiteren Prominenten als Betrüger entlarvt: Diesmal sieht sich der Münchner Politikprofessor Carlo Masala mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Masala ist seit Beginn des Ukraine-Krieges Dauergast in allen Talkshows, wo seine mehr als zweifelhafte Expertise eigentlich nur darin besteht, immer mehr Waffen und Geld für die Ukraine und einen möglichst harten Kurs gegen Russland zu fordern.
„Carlo Masala, ein weiterer Plagiator!! Man gestatte mir die bescheidene Frage, wie es möglich war, dass einer der „renommiertesten“ deutschen Politikwissenschaftler und Ukraine-Kriegs-Erklärer, der vielfach ausgezeichnete und hoch dekorierte Carlo Masala, in seiner Doktorarbeit auf diese peinliche und stümperhafte Weise plagiiert hat. Es ist unfassbar, was in der wissenschaftlichen Textproduktion seit Jahrzehnten schiefläuft. Wir werden von falschen Experten verarscht. Das muss ein Ende haben“, empörte sich Weber auf Twitter. Tatsächlich stellt sich die Frage, wie es um die Glaubwürdigkeit eines „Experten“ bestellt ist, der bereits bei seiner Doktorarbeit mutmaßlich zwielichtige Methoden anwandte.
Schamloses Abkupfern
Konkret wirft Wener Masala vor, in seiner Doktorarbeit von 1996 aus der Dissertation des bekannten Marburger Geschichtsprofessors Eckart Conze abgekupfert zu haben, die im Jahr zuvor erschienen war. Die Textstellen, die Weber anführt, zeigen in der Tat nur minimal veränderte Passagen, die Masala offensichtlich übernommen hat. Dass dies Folgen haben wird, ist jedoch kaum zu erwarten. Denn auch andere Plagiate, die Weber aufdeckte, haben leider nicht zum Verlust des Doktortitels der Betreffenden geführt.
Dem Thüringer CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt konnte Weber sogar 140 (!) Plagiate nachweisen – in einer Dissertation mit einem Umfang von gerade einmal 114 Seiten. Das war vor weit über einem Jahr, doch die „Prüfung“ der Universität Chemnitz dauert aber angeblich nach wie vor an. Auskünfte dazu werden nicht erteilt. Sie wird sich voraussichtlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinziehen. Dies gilt auch für die Arbeit von Frauke Brosius-Gersdorf, der im Juli spektakulär gescheiterten SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht. Hier hatte Weber klare Belege dafür geliefert, dass ihre Dissertation zu weiten Teilen von ihrem Mann verfasst wurde. Auch hier „prüft“ die Universität Hamburg seit vier Monaten. In beiden Fällen will man den Skandal offensichtlich einfach aussitzen, wie es in Deutschland inzwischen überall üblich ist. So wird man es auch bei Masala halten, der zu den Stützen des Systems zählt. Vielleicht gelingt es Weber zumindest, dass dessen schwer erträgliche Dauerpräsenz in den Medien etwas zurückgeht. (TPL)