Bosch streicht in Stuttgart 830 IT-Jobs und insgesamt Tausende in der Autosparte – Mitarbeiter fliehen schockiert aus dem Campus. Herzlichen Dank an Merz und das EU-Verbrennerverbot 2035.
In Stuttgart-Feuerbach herrscht Ausnahmezustand. Nach den bereits bekannten 13.000 gefährdeten Stellen in der Autosparte „Mobility“ trifft es nun auch die IT: Bosch Digital streicht bundesweit 830 Jobs, ein Großteil davon in Stuttgart. Als die Nachricht im IT-Campus durchsickerte, sollen Mitarbeiter ihre Taschen wortlos abgestellt und fluchtartig das Gebäude verlassen haben – ein Bild, das die Fassungslosigkeit der Belegschaft eindrucksvoll zeigt.
Doch die Wut richtet sich nicht nur gegen das Management, sondern vor allem gegen Berlin und Brüssel. Der Betriebsrat macht das geplante EU-Verbrennerverbot ab 2035 direkt für den Kahlschlag verantwortlich. „Dieses starre Verbot zerstört Zehntausende Arbeitsplätze und treibt eine ganze Branche in die Knie“, sagt Betriebsratschef Frank Sell. Statt Technologieoffenheit diktiere die Politik nur noch eine Richtung – die Elektromobilität – und ignoriere dabei Hybridlösungen, synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff, in die Bosch Milliarden investiert hat.
Seit Wochen protestieren IG Metall und Betriebsrat vor den Toren in Feuerbach, Schwieberdingen und Bühl. Transparente mit der klaren Botschaft „Stoppt das Verbrenner-Aus!“ und „Lasst die Unternehmen investieren!“ dominieren das Bild. Am Donnerstagabend wurde symbolisch eine „Beerdigung der Arbeitsplätze“ abgehalten: Leere Särge standen vor dem Werk, darunter einer mit der Aufschrift „Hier liegt die deutsche Automobilindustrie – gestorben am Verbrennerverbot 2035“.
Die Jobgarantie läuft 2027 aus. Danach drohen betriebsbedingte Kündigungen – genau in dem Moment, in dem das Verbrenner-Aus voll durchschlägt. „Die Politik zwingt uns, genau die Technologien abzubauen, in denen wir Weltmarktführer sind“, kritisiert der Betriebsrat. Bosch selbst hatte jahrelang auf eine breite Palette gesetzt: Verbrenner-Optimierung, Hybrid, E-Antriebe, Brennstoffzelle. Nun wird ein Großteil dieses Know-hows überflüssig gemacht – per Gesetz.
Die Forderung ist klar formuliert: Rücknahme oder zumindest massive Aufweichung des Verbrennerverbots, Technologieoffenheit statt ideologischer Vorgaben und Planungssicherheit für Unternehmen. „CO₂-Neutralität ja – aber nicht um jeden Preis und nicht auf Kosten von 100.000 Jobs allein in der Zulieferindustrie“, so die IG Metall.
Der Stellenabbau bei Bosch ist damit zum prominentesten Beispiel geworden für die Folgen des politisch verordneten Verbrenner-Aus. In Stuttgart-Feuerbach kämpfen die Beschäftigten nicht nur um ihre Jobs – sondern gegen eine Politik, die aus ideologischen Gründen eine ganze Industrie opfert.
(SB)























