Die „Welt“ und ihre durchschaubare „Alles-für-Deutschland“-Falle: Alice Weidel ist leider hineingetappt
Das politisch-mediale Kartell hat einen weiteren jämmerlichen Vorwand gefunden, um auf die AfD einzudreschen. Diesmal ist es die Verwendung der Parole „Alles für Deutschland“ durch die Parteivorsitzende Alice Weidel in einem Interview bei „Welt TV“. „Welt“-Chefredakteur Jan Philipp Burgard hatte Weidel auf die Strafverfahren gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke angesprochen, der wegen der Parole wegen Volksverhetzung verurteilt worden war. Weidel hatte darauf entgegnet, sie kenne die Herkunft solcher Formulierungen nicht und verstehe die Aufregung über die Verwendung von Aussagen wie „Alles für Deutschland“ nicht. Den Medien warf sie vor, man könne sich „jeden Quark an den Haaren vorbeiziehen. Man kann das alles machen. Dieses ganze Framing“.
Burgard konfrontierte Weidel auch mit dem Ausspruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, der auf dem Kongress der AfD-Jugend in Gießen fiel. Dieser war der Leitspruch der Hitlerjugend. „Kann man ja sagen. Ich wusste jetzt auch nicht, dass das mal irgendwo, irgendwann gesagt wurde. Genauso wie ‚Alles für Deutschland‘. Ich verstehe den Aufreger nicht“, entgegnete Weidel darauf, und als Burgard später nochmals auf die Verurteilung Höckes zurückkam, versetzte die von solchen Albernheiten genervte Weidel trotzig: „Alles für Deutschland? Na und? Alles für Deutschland!“ Diese Nichtigkeiten werden von den üblichen Verdächtigen nun wieder als Steilvorlage für Attacken auf die AfD genutzt. Dass eben dies beabsichtigt war, müsste die AfD-Spitze eigentlich inzwischen kapiert haben. Weidel und auch Chrupalla sollten sich unbedingt ein Konzept zurechtlegen, wie sie auf diese voreingenommenen Fragestellungen und die ersichtlichen Fallstricke angemessen reagieren.
Abgekartetes Spiel
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann faselte von einem „Frontalangriff“ auf die demokratische Ordnung und warf Weidel vor, „sich selbst immer mehr zum rechtsextremen Verdachtsfall“ zu entwickeln. „Alles für Deutschland“ gilt seit der Verwendung durch Höcke als Volksverhetzung, weil es auch die Parole der SA war. Dies war aber selbst Historikern und NS-Experten wie etwa Rainer Zitelmann nicht bekannt gewesen. Zudem geht der Ausspruch bis tief ins 19. Jahrhundert zurück und wurde sogar 2023 von einem „Spiegel“-Redakteur verwendet, ohne dass irgendjemand daran Anstoß genommen hätte. Der Dual Standard gilt bis heute: Journalisten dürfen das Zitat verwenden und in den Mund nehmen, Höcke und nun Weidel aber nicht. An Höcke wollte man offensichtlich ein Exempel statuieren, indem man es plötzlich zum allgemeinen Bildungsgut erhob, dass es sich um das “Motto der SA” gehandelt habe.
Im Zuge eines offenbar abgekarteten Spiels bot die „Welt“ nun prompt einige Rechtsprofessoren auf, die meinten, Weidel habe sich ebenfalls strafbar gemacht, weil sie die Parole ausgesprochen habe! Dabei hatte sie lediglich auf die Provokationen von Burgard reagiert, der es, wie bei Interviews mit AfD-Politikern üblich, für wichtiger hielt, sich an solchen Unwichtigkeiten abzuarbeiten, anstatt auf die konkreten Probleme des Landes und die Konzepte der AfD einzugehen. „Unser Land geht vor die Hunde nicht nur wegen Versagern wie Merz, Klingbeil & Co, sondern auch wegen des Vollversagens der Medien“, kommentierte Weidel dazu. Auch bei „Bild“ skandalisiert man diese Petitesse und wirft Weidel vor, „den rechtsradikalen Höcke-Anhang“ zu umarmen, „anstatt ein Parteiausschluss-Verfahren gegen die Schwurbler in den eigenen Reihen einzuleiten oder zumindest eine Entschuldigung von ihnen zu verlangen“. Dass die übergroße Mehrheit der Menschen in diesem Land die Nase gestrichen voll davon hat, dass man die AfD auf solch plumpe und leicht durchschaubare Weise dämonisiert, erkennen solche Haltungsjournalisten einfach nicht – immer mehr Wähler aber glücklicherweise schon. (TPL)