Die evangelische Kirche hat sich zwar schon lange von jeder ernsthaften Glaubensverkündigung verabschiedet und begnügt sich mit der Rolle einer links-grünen Vorfeldorganisation, die Friedenskirche im Kölner Stadtteil Ehrenfeld hat die Selbstabschaffung jedoch abermals auf eine neue Stufe gehoben. Mit dem Format „Chill Out Church“ will sie vor allem junge Menschen ansprechen. Deshalb wird sie alle paar Monate in eine Art Disco verwandelt. In der Kirche finden Konzerte statt, es werden Getränke ausgeschenkt, der eigentliche Sinn des Gebäudes wird ins Gegenteil verkehrt. Der Gemeindepädagoge Fabian Hartmann, der auch einer der Mitorganisatoren dieser Entweihung ist, wertet es als Erfolg, dass die rund 60 „gemütlichen Plätze“, die man beim letzten Mal anbot, fast alle belegt gewesen seien. „Mit Veranstaltungen wie der Chillout Church wollen wir die Hemmschwelle senken, in unsere Kirche zu kommen. Uns ist es wichtig, dass sich hier alle willkommen fühlen. Egal ob gläubig oder nicht, egal welche Religion, welche Sexualität, Identität oder Herkunft. Wir möchten mit den Menschen in Kontakt sein“, schwafelte er und brachte damit das ganze Dilemma der Kirchen in Deutschland auf den Punkt.
Man verwandelt Kirchen in Event-Locations und bildet sich ein, damit dauerhaft Menschen anzulocken, indem man die christliche Botschaft, die man ohnehin längst bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat, völlig ausblendet. „Durch das Event wollen wir der gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, in der wir uns sehen. Es herrscht Wohnungsnot und die sozialen Angebote lassen nach. Wir haben dieses große Objekt im zentralen Ehrenfeld und finden besonders bei der aktuellen Lage wichtig, dass es mit attraktiven Angeboten für die Bevölkerung bespielt wird“, so Hartmann weiter. In Anbetracht der steigenden Zustimmung für Rechts versuche die Gemeinden außerdem einen Raum schaffen, in dem christliche Werte gelebt werden. Was er und seine Mitstreiter darunter verstehen, kann man sich vorstellen.
Segenssprüche in Plastikkugeln
Keine Moschee, keine Synagoge und kein Tempel anderer Religionen würde sich für so etwas hergeben. Dass so etwas in Deutschland möglich ist, zeigt, dass hier jeder Sinn für das Sakrale und Erhabene völlig verlorengegangen ist. Dass die Anziehungskraft des Christentums und eines Kirchengebäudes darin bestehen könnte, dass dort gerade nichts stattfindet, was man auch überall sonst erfahren kann, kommt solchen Leuten gar nicht in den Sinn. Man gefällt sich in banalem Sozialgefasel und redet sich ein, damit Menschen für sich zu gewinnen, obwohl man ihnen das Christentum gezielt vorenthält. „Es ist in dieser Gemeinde glücklicherweise kein Problem, neue Ideen umzusetzen. Eine der wenigen Vorgaben, die ich bekommen habe, ist, dass ich selber Spaß an meinen Veranstaltungen habe“, freute sich Hartmann. Das Team versuche jedoch immer auch, Kirchenelemente einfließen zu lassen, fügte er hinzu.
Und, noch wirrer: „Deshalb stellen wir einen Segensautomaten auf. Dafür haben wir Segenssprüche in Plastikkugeln verpackt und sie in einen Kaugummiautomaten gesteckt“. Dass gerade ein derart infantiler Unsinn kein „kirchliches Element“, sondern genau das Gegenteil davon ist, bemerken solche aus Kirchensteuermitteln bezahlte Linksaktivisten gar nicht. Solche Aktionen und die Gründe, mit denen sie gerechtfertigt werden, zeigen, warum der christliche Glaube in Deutschland weitgehend verdunstet ist. Weil nach der letzten Veranstaltung bis Sonntag keine Zeit für den Abtransport der Möbel geblieben sei, sei der Pfarrer am Morgen danach „einfach in seinen Alltagsklamotten“ gekommen und die Gäste des Gottesdienstes hätten auf den noch herumstehenden Sofas Platz genommen. „Ganz spontan ist so eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre bei der Predigt entstanden“, so Hartmann weiter. Diese Worte sprechen für sich. Im März soll eine Rollschuhdisco in der Kirche stattfinden. (TPL)























