Julian Röpcke, seines Zeichens leitender Redakteur Sicherheitspolitik und Konflikte bei „Bild“, glühender Russland-Hasser und ebenso glühender Heiligsprecher des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hat es für nötig befunden, seine Ansichten über seine ostdeutschen Landsleute kurz, knapp und öffentlich kundzutun: „Ossis verlangen einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Oder am besten gar keine Fragen mehr. Sinnbild einer gescheiterten Wiedervereinigung“, befand er, und fügte hinzu: „Ich bin Ossi und schäme mich für so viel Einfalt meiner lieben Landsleute“.
Zunächst einmal fallen all diese Vorwürfe auf Röpcke selbst zurück. Seine „Berichte“ über den Ukraine-Krieg zeichnen sich durch eine geradezu groteske Einseitigkeit aus, was bei „Bild“ zwar die offizielle Blattlinie bei diesem Thema ist, mit kritisch-objektivem Journalismus aber eben nichts zu tun hat.
“Deutschlands hässlichstes Hufeisen”
Dass der Kreistag des sächsischen Landkreises Görlitz auf Antrag des BSW und mit der Stimme des AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla beschlossen hat, auf Werbung für Militärdienst und Rüstungsprojekte zu verzichten und die AfD ihre Zustimmung mit ihrem Einsatz für „Deeskalation, Diplomatie und Frieden“ begründete, veranlasste Röpcke zu dem Einwurf: „Deutschlands hässlichstes Hufeisen und ein Grund, weshalb die Brandmauer leider weiter notwendig ist. Wer mit der AfD oder dem BSW regiert, schafft sich ab. Und Deutschland gleich mit“. Primitiver und unterkomplexer geht es kaum noch. Röpcke ist es, der „einfache Antworten auf komplizierte Fragen“ gibt und dem es am liebsten wäre, wenn erst gar keine Fragen mehr gestellt würden.
Jeden, der nicht völlig unkritisch für Aufrüstung, end- und bedingungslose Ukraine-Unterstützung, Verteufelung Russlands ist und Selenskyj nicht zum Helden verklärt, trifft sein Bannstrahl. Er ist es, der sich für seine „Einfalt“ schämen sollte, nicht seine „lieben Landsleute“ im Osten, deren Erinnerung an solche Propaganda im Journalistengewand noch lebendig genug ist, um sie durchschauen zu können. Die Ostdeutschen wollen keine „einfachen Antworten auf komplizierte Fragen“, sondern schlicht und einfach objektive Informationen ohne Erziehungs- und Bevormundungsabsicht. Daran sollte Röpcke sich halten, anstatt verbal auf Menschen einzuprügeln, die lediglich auf ihrem Recht bestehen, eine Meinung zu vertreten, die ihm nicht zusagt. (TPL)























