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Linke am Rande des Wahnsinns: Neue „ostdeutsche“ Zeitung erscheint in „Fraktur“

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Die grenzdebilen Impfbirnen vom linken Ufer dieser Republik haben mal wieder einen neuen Aufreger: Der Medienunternehmer Holger Friedrich, der mit seiner „Berliner Zeitung“ zu den wenigen Verlegern gehört, die sich gegen das bolschewoke Unrechtssystem in Deutschland zur Wehr setzen und damit auch noch sehr erfolgreich ist, bringt mit der „Ostdeutschen Zeitung“ ein neues Medium auf den Markt  – jenseits der der eingestürzten antifaschistischen Mauer, aber diesseits der neu aufgebauten Brandmauer.

Ganz besonders schlimm: Er benutzt für das Logo seine Zeitung die Schrifttype „Fraktur“. Und da war doch was. Der streitsüchtige Ruprecht Polenz, der zu jedem faden Post seinen faden Senf dazu geben muss, hat wieder einmal aufgepasst und pöbelt:

„Berlinskaja Prawda (Berliner Zeitung) bekommt ein Brüderchen: Das Logo verwendet eine in fest codierte Bildsprache: Rot-schwarz-weiß, Fraktur, das O runenhaft gebrochen. Assoziation mit völkischer Presse drängt sich auf: identitär, bewußt abgrenzend (Ostdeutsch), Kampfpresse.“
Irgendwas mit „Nazi“ muss halt immer sein, auch wenn die altehrenwerte Frankfurter Allgemeine dieselbe Schriftart verwendet.
Aber ist „Fraktur“ wirklich so böse, wie Herr Polenz uns suggerieren will? Grok gibt Aufklärung:
Die Fraktur ist eine der bekanntesten Formen der gebrochenen Schriften (auch Blackletter genannt), die durch ihre eckigen, „gebrochenen“ Linien statt runder Bögen gekennzeichnet ist.
Der Name leitet sich vom lateinischen fractura („Bruch“) ab. Sie gilt als typisch „deutsche Schrift“ und war über Jahrhunderte die dominante Druckschrift im deutschsprachigen Raum.
Ursprünge im 16. Jahrhundert
Die Fraktur entstand zu Beginn der Renaissance in Deutschland. Ihre Wurzeln liegen in gotischen Schriften wie der Textura (aus der Gutenberg-Bibel) und der Schwabacher. Die erste reine Fraktur-Type wurde um 1513–1517 entwickelt, oft im Auftrag von Kaiser Maximilian I.
Der Kalligraph Leonhard Wagner (1453–1522) gilt als Schöpfer der ersten handschriftlichen Vorlage (1507), während der Drucker Hans Schönsperger oder Hieronymus Andreae sie für den Druck adaptierten.Ein berühmtes frühes Beispiel ist das Gebetbuch Maximilians I. (1513) und Werke von Albrecht Dürer, der Fraktur in seinen Illustrationen verwendete. Im Gegensatz zur römischen Antiqua (die in Italien populär war) betonte die Fraktur nationale Identität.Beispiel für eine frühe Fraktur mit Initialen von Albrecht Dürer (um 1517).Aufstieg zur „deutschen Schrift“
Durch die Reformation wurde die Fraktur populär: Martin Luther druckte seine Bibelübersetzung und Flugschriften meist in Fraktur oder Schwabacher, während lateinische (katholische) Texte in Antiqua gesetzt wurden. Das verstärkte den Kontrast: Fraktur stand für „deutsch“ und protestantisch, Antiqua für „lateinisch“ und katholisch.Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war Fraktur die Standard-Druckschrift für Bücher, Zeitungen und Amtsdrucke in Deutschland, Skandinavien und Teilen Osteuropas. Im 18. Jahrhundert erreichte sie ästhetische Höhepunkte durch Schriftschneider wie Breitkopf und Unger.Historisches Beispiel einer Renaissance-Fraktur (um 1885, nach älteren Vorlagen).
Der Antiqua-Fraktur-Streit und das 20. JahrhundertIm 19. Jahrhundert entbrannte der Antiqua-Fraktur-Streit: Nationalisten sahen Fraktur als Symbol deutscher Kultur, während Internationalisten (z. B. in Wissenschaft und Technik) Antiqua bevorzugten, da sie lesbarer und moderner wirkte. Bis 1911 blieb Fraktur dominant, gewann aber langsam an Boden in Fachzeitschriften.In der NS-Zeit (1933–1945) wurde Fraktur zunächst als „deutscheste Schrift“ gefördert. Doch 1941 erließ Martin Bormann im Auftrag Hitlers den Normalschrifterlass: Fraktur wurde als „Schwabacher Judenlettern“ diffamiert und verboten – ironisch, da sie jahrhundertelang als national galt. Gründe waren pragmatisch (Lesbarkeit in besetzten Ländern) und ideologisch (angebliche jüdische Einflüsse).
Stattdessen wurde Antiqua zur „Normalschrift“.Klassische Fraktur-Schriftprobe mit charakteristischen „Elefantenrüsseln“ (z. B. beim kleinen „g“).Heutige BedeutungNach 1945 verschwand Fraktur fast vollständig aus dem Alltag, da Alliierte und Nachkriegsdeutschland Antiqua förderten. Heute wird sie dekorativ verwendet: in Zeitungsköpfen (z. B. Frankfurter Allgemeine), Bieretiketten, Logos oder für traditionelle Effekte. Manche assoziieren sie (fälschlich primär) mit der NS-Zeit, doch sie ist ein kulturelles Erbe von über 400 Jahren.
Fette Fraktur – eine bold-Variante aus dem 19. Jahrhundert, oft für Überschriften.Vergleich gebrochener Schriften: Textura, Rotunda, Schwabacher und Fraktur (von links).
Die Fraktur ist ein faszinierendes Stück Typografie-Geschichte – geprägt von Kultur, Politik und Technik. Sie erinnert daran, wie Schriften Identitäten formen können.
Also wie immer: Auf den Inhalt kommt es an. Aber der scheint für Typen wie Polenz nicht so wichtig zu sein.
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