Der Berliner Flughafen BER bleibt auch nach seiner um Jahre zu spät erfolgten Fertigstellung, mit der Deutschland sich zum weltweiten Gespött machte, weiterhin eine Schande und ein Milliardengrab. Hinzu kommt die Geltungssucht der Politkaste. Damit das abgeschirmte Areal des Flughafens, von dem aus sie durch die Welt fliegt und wo auch Staatsgäste empfangen werden, das ihrer Meinung nach angemessene Ambiente erhält, soll es aufwendig umgebaut werden. Bereits das derzeitige Provisorium verschlang 70 Millionen Euro Steuergeld. Vom geplanten kompletten Neubau sah man nach Protesten ab und begnügte sich mit dem Umbau – aber auch der sprengt natürlich wieder jeden Rahmen.
Die ursprünglich veranschlagten 340 Millionen Euro wurden bereits auf 1,7 Milliarden nach oben korrigiert, schlimmstenfalls rechnet man sogar mit 2,5 Milliarden. Auch das dürfte aller Erfahrung nach noch zu niedrig gegriffen sein. Der Platz, den man angeblich braucht, fällt mit fast 60 Hektar fast doppelt so groß aus wie gedacht, bis 2038 soll die Flugbereitschaft der Bundeswehr gänzlich von Köln nach Berlin umziehen, außerdem sollen die Flotte erweitert und größere Maschinen angeschafft werden. Dafür werden wiederum zusätzliche Hangars und Stellplätze sowie Gebäude für das Personal gebraucht.
Aus den Fugen geratenes Prestigeprojekt
Reiner Holznagel, der Präsident des Steuerzahlerbundes, stellte fest, dass ein Prestigeprojekt des Bundes erneut aus den Fugen gerät. Die Kostenexplosion sei kaum nachvollziehbar und stehe im krassen Widerspruch zur Haushaltsmisere des Bundes. Die Planungen bräuchten „dringend ein Stoppschild“. Die Beförderung von „Polit-Prominenz“ müsse rein funktional ausgerichtet sein – „ohne teuren Schnickschnack“.
Natürlich wird auch dieser Appell auf taube Ohren stoßen. Um zu irgendwelchen Operetten-Gipfeln zu reisen, sich in die Innenpolitik anderer, oft erfolgreicherer Länder einzumischen und deutsches Geld milliardenfach im Ausland zu verbraten, soll nun auch noch ein möglichst prunkvolles Areal am Hauptstadtflughafen errichtet werden, das weitere überflüssige Milliardenkosten verschlingt. Die atemberaubende Steuergeldverschwendung einer buchstäblich abgehobenen Politkaste kennt keine Grenzen – auch nicht in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik. (TPL)























