Auch unter den Unterzeichnern des offenen Briefes: Whatever happened to Hape Kerkeling? (Foto:Imago)
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Fortsetzung des Bahnhofklatschertums mit anderen Mitteln: 50 deutsche Prominente plärren nach mehr Afghanen-Aufnahme

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Obwohl das Afghanen-Aufnahmeprogramm in vollem Gange ist und gerade vorgestern erst wieder 141 von ihnen in Hannover landeten, meinten 50 deutsche Prominente der Fraktion der üblichen Verdächtigen, sich kurz vor Weihnachten medienwirksam  noch einmal als besondere Menschenfreunde inszenieren zu müssen und in einem offenen Brief der “Organisation Kabul Luftbrücke” an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul für die Aufnahme von noch mehr Afghanen zu trommeln. „Jetzt bleiben nur die wenigen Tage über Weihnachten, um zu handeln, bevor es für Einige bereits zu spät sein könnte“, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben. „Wir erlauben uns, Sie an Ihren Amtseid zu erinnern, in dem Sie gelobt haben, ‚Gerechtigkeit gegen jedermann‘ zu üben“, fabulieren die Unterzeichner theatralisch, und bitten darum, „in den rund 1.800 afghanischen Frauen und Männern, in den Kindern und Familien” Menschen zu sehen, denen nun solche “Gerechtigkeit” zuteil werden müsse. Weiter wird appelliert: „Geben Sie den Menschen in Pakistan, die trotz deutscher Aufnahmezusage nach Afghanistan zurückgeschoben werden sollen, eine Zukunft. Erlauben Sie ihnen die Einreise nach Deutschland und retten Sie damit ihr Leben!

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Auch das ZDF berichtet ganz verzückt von der Aktion (Screenshot:Facebook)

Als Begründung wird wieder auf die vorgekauten und unreflektierten Wortstanzen des Gutmenschenvokabulars, Subkapitel Afghanistan, abgestellt: Die Betreffenden hätten “als Ortskräfte der Bundeswehr und für deutsche Organisationen gearbeitet” oder sich auf andere Weise “für Demokratie und Menschenrechte” eingesetzt, wird da fakten- und belegfrei behauptet. „Bitte lassen Sie für diejenigen, die ohnehin schon viel zu lange verzweifelt auf Rettung warten, ein Licht in dieser dunklen Zeit erstrahlen“, lautet sodann der dramatische Schlussakkord. Unterschrieben ist dieses pathetische Geschwurbel von den klassichen Funktionsempörten wie Jan Böhmermann, Luisa Neubauer oder Herbert Grönemeyer, etlichen linken Journalisten, aber auch von Haltungskünstlern wie Hape Kerkeling und Günther Jauch. Nicht von ungefähr ist dies dasselbe mediale Ambiente, das vor vier Jahren hemmungslos gegen Ungeimpfte hetzte – viele der Beteiligten übrigens ebenfalls in Form von Medienkampagnen und öffentlichen Appellen und in widerlichster, niederträchtigster Doppelmoral. Nun prostituiert man sich für das nächste Agendathema des tiefen Linksstaats – die anhaltende Blutung Deutschlands mit kulturfremden und hochproblematischen, weil nachweislich kaum integrierbaren Prekariatsmigranten aus einem Krisengebiet – und betet dazu das Märchen von den angeblichen Ortskräften nach, die unter den Taliban um ihr Leben fürchten müssten.

Das Märchen von den „Ortskräften“

Da nur ein Teil der auf ihren Transfer nach Deutschland harrenden Afghanen wirklich mehr als ein Jahr in Pakistan wartet, die meisten von ihnen jedoch seit kurzem oder mehreren Monaten in Islamabad sind (vielfach untergebracht auf Kosten des deutschen Steuerzahlers) und nicht wenige vom ihnen bis heute in Afghanistan leben, fragt man sich, wie groß diese Lebensgefahr wirklich sein soll, über viereinhalb Jahre nach dem Abzug der Bundeswehr. Was den Mythos der “Ortskräfte” angelangt, hatte der Oberst a.D. Thomas Sarholz bereits vor vier Jahren aus eigener Erfahrung Unerhörtes berichtet: Er habe, sagte Sarholz schon damals, einen ganz anderen Zugang zu dem Thema als der, der üblicherweise in den Medien verbreitet werde: „Dass gerade diese Ortskräfte jetzt sämtlich zu uns kommen wollen, überrascht mich nicht; hatten sie doch einen recht genauen Einblick über unseren Lebensstandard erlangt“, schrieb er damals in einem Leserbrief an die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Und weiter: „Innerlich verachten uns diese Menschen, was sie aus nachzuvollziehenden Gründen natürlich nie zugeben werden. Sie wollen ja etwas erreichen: den Wohlstandsmagneten Deutschland“. Die Ortskräfte seien für afghanische Verhältnisse „fürstlich entlohnt“, gut behandelt worden und hätten „wie selbstverständlich an unserer ausgezeichneten Mittagsverpflegung“ teilgenommen. Sarholz stellte auch klar: „Selbstlosigkeit war das Letzte gewesen, was diese Leute angetrieben hat, für uns zu arbeiten”; diese „romantisch-idealisierenden Vorstellungen“ seien „dort unbekannt beziehungsweise stoßen auf völliges Unverständnis“.

Überdies hätten viele Ortskräfte für die Taliban oder ähnliche Gruppierungen spioniert, die somit „bis ins Detail über unsere Zahl, Ausrüstung, gegebenenfalls sogar über unsere Absichten informiert“ gewesen seien. Seine Soldaten habe er daher zur Vorsicht bei der Informationsweitergabe ermahnt. Wenn dies schon für die damals aktiven Hilfskräfte galt, dann sind entsprechende Befürchtungen und Sorgen erst recht angebracht bei der seit 2021 exponentiell angestiegenen Zahl der behaupteten „Ortskräfte” und ihrer angeblichen Familienangehörigen, die nun nach Deutschland kommen wollen. Tatsächlich ist es mehr als zweifelhaft ist, ob und in welchem Umfang die bisher als solche nach Deutschland geholten Afghanen wirklich jemals “Ortskräfte” waren. Vielen wurde dieses Etikett einfach aufgeklebt. Es gab seither schließlich noch weitere Aufnahmeprogramme und die deutschen Auslandsvertretungen wurden vom Auswärtigen Amt von Ex-Außenministerin Annalena Baerbock ausdrücklich angewiesen, auf die vorgeschriebenen Kontrollen zu verzichten. Die “Organisation Kabul Luftbrücke”, in deren Namen die Prominenten sich nun für noch mehr Afghanen in Deutschland einsetzen, gehört zu dem intransparenten NGO-Moloch, an den Baerbock in geradezu verbrecherischer Leichtfertigkeit die hoheitliche Befugnis outsourcte, in Pakistan auszuwählen, wer Visa-Anträge stellen darf und wer nicht, und den Auserwählten anschließen noch Tipps gibt, wie man die ohnehin laxen Sicherheitsprüfungen der deutschen Behörden am besten umgeht.

Kerkeling, Grönemeyer, Jauch: Suhlen in der pseudohumanitären Blase

Was den Adressat des offenen Briefes der prominenten Heuchlerfront anbelangt, Lügenkanzler Friedrich Merz, ist zunächst einmal festzuhalten, dass zu dessen Amtseid des Bundeskanzlers zählt, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden – und dazu gehört auch der Schutz vor potentiell gefährlicher Zuwanderung. Aber von Jauch, Kerkeling und Konsorten kann man wohl kaum erwarten, dass sie sich ein paar Hintergrundinformationen verschaffen, bevor sie sich wieder einmal aufplustern. Vor allem der nicht nur moralisch, sondern auch leiblich aufgedunsene und leider zunehmend rechthaberisch auftretende Kerkeling, einst ein begnadeter, witziger, unangepasster Komiker der Ausnahmeklasse, hat sich in Aussehen und Habitus längst in eine Gestalt verwandelt, die er zu seinen Jahrzehnte zurückliegenden Glanzzeiten genüsslich parodiert hätte. Heute genügt er sich als unerträglich selbstgerechter Oberlehrer, der konsequent an der Realität im Land vorbeifaselt. In einem Interview über die gleich zwei Filme, in denen er seine einfältig-weltfremden Ansichten im neuen Jahr verbreitet, bezeichnet er die AfD als eine „Partei der Zukurzgekommenen“ und meint auf Vorschulniveau, an sich würden wir „in einer tollen Demokratie“ leben, „auch wenn die Parteien manchmal Murks machen“ – und dennoch werde das gesamte System infrage gestellt. Der Gesellschaft sei “der Grundtenor” abhanden gekommen. „Wir sind auf einem Niveau der Verrohung in diesem Land, also, wenn wir das jetzt nicht zurückholen, ist in zwei Jahren Ladenschluss“, so Kerkeling. Damit hat er unfreiwillig recht – aber ganz anders, als er es in seinem abgehobenen sozialen Biotop gleichgesinnter Entrückter meint.

„Ich liebe dieses Land, es hat mir alle Möglichkeiten gegeben, ich liebe diese Sprache – und ich liebe auch die Menschen. Und ich verstehe nicht, wie wir da hingekommen sind, wo wir hingekommen sind“, sagte er weiter. Der letzte Satz bringt es auf den Punkt: Multimillionäre wie der in London residierende Grönemeyer, Jauch oder Kerkeling verstehen gar nichts mehr. Sie suhlen sich in ihrer Blase in eingebildeter Menschlichkeit, ohne zu wissen, was in diesem Land eigentlich passiert. Dazu passt, dass folglich auch keine dieser Gestalten auch nur einen Afghanen bei sich zu Hause aufnehmen würde. Es ist ein Fortsetzung des 2015er-Bahnhofklatschertums mit anderen Mitteln: “Wir haben Platz”, “wir schaffen das”, “Wir sind weltoffen”, “wir müssen alle aufnehmen”: Die so reden, sind selbst nie Teil dieses „Wir„; für das, was sie einfordern, muss stets der Rest der Gesellschaft haften. Unterbringung, Alimentierung, vergemeinschaftlichte Kollektivrisiken und -schäden durch die tägliche “Aushandlung der Bedingungen des Zusammenlebens” bleibt am Steuerzahler und Normalbürgern hängen, der keine Möglichkeit hat, sich diesen hässlichen Realfolgen der Migration in Gated Communities, Hamburger Nobelvororten oder Londoner Villen zu entziehen. Schon deshalb ist nichts abstoßender als diese saturierten Haltungskünstler, die sich immer wieder aufs Neue für gemeingefährlich-ideologische Politikprojekte dieses Staates einspannen lassen, ob Migration, Klima oder Corona. In ihrer abgehobenen Selbstbesoffenheit geben sie sich gern für albern-rührselige Appelle her, doch mit den Folgen der von ihnen geforderten Politik müssen sie niemals leben geschweige denn sterben. (TPL)

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