Der neu gegründete Verein „Wendepunkt Deutschland“ hat Sprengkraft. Der Grund: Im Vorstand sitzen CDU- und AfD-Mitglieder und sogar ein SPD-Mitglied gemeinsam an einem Tisch. Diese Konstellation könnte die Brandmauer sprengen. Vorbild des Vereins ist Charlie Kirks „Turning Point“.
In Köln hat die Gründung des Vereins „Wendepunkt Deutschland“ für erhebliche Kontroversen gesorgt. Der Verein, der sich als Plattform für überparteilichen politischen Meinungsaustausch versteht, wurde am Sonntag von Mitgliedern aus CDU, AfD und möglicherweise SPD ins Leben gerufen.
Vorsitzender ist Dennis Splitt, CDU-Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union in Köln-Lindenthal. Sein Stellvertreter ist Matthias Büschges, Fraktionsgeschäftsführer der AfD im Kölner Stadtrat und ehemaliger OB-Kandidat der Partei. Weitere Vorstandsposten besetzen ein weiteres CDU-Mitglied sowie ein SPD-Mitglied, deren Namen noch nicht öffentlich sind.
Das Projekt ist inspiriert von der US-Organisation „Turning Point USA“, gegründet vom konservativen Aktivisten Charlie Kirk, der im September 2025 ermordet wurde. Der Verein beschreibt seinen Vorstand als „Vertreter verschiedener Parteien der Mitte“ – offenbar inklusive der AfD.
Die Kölner CDU reagiert scharf: Kreisvorsitzende Serap Güler kündigte ein Parteiausschlussverfahren gegen Splitt an, da die CDU bundesweit einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD hat. „Diese Aktion ist in keiner Weise hinnehmbar“, erklärte Güler. Das Verfahren soll in der ersten Januarwoche beraten werden.
Splitt wehrt sich: Er betont, es handle sich um privates Engagement und eine Förderung „freier Debatte“, nicht um parteipolitische Zusammenarbeit. Auch die SPD distanziert sich und droht bei Beteiligung eines Mitglieds mit Austrittsaufforderung.
Das Gründungstreffen musste kurzfristig an einen geheimen Ort verlegt werden, nachdem der ursprüngliche Vermieter absagte. Kritiker sehen in „Wendepunkt Deutschland“ einen Versuch, die „Brandmauer“ zur AfD zu unterlaufen.
(SB)























