Pielka/Finkelstein hat zwar sein Pseudonym gelüftet, bleibt aber inkognito: Hier im November auf der Buchmesse "Seitenwechsel" in Halle mit seinem Verleger Götz Kubitschek (Foto:ScreenshotYoutube)
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„Bauzeit“: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein hat seine Knastzeit als politischer Gefangener in einem Buch verarbeitet

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Der bekannte Youtuber und kritische Mahner der Gegenöffentlichkeit Shlomo Finkelstein, dessen Identität lange verborgen blieb, bevor dann herauskam, dass sich dahinter Aron Pielka verbirgt, wurde wegen des Vorwurfs der „Volksverhetzung“ (genauer: Regierungskritik und Äußerung kriminalisierter Kritik) im besten Deutschland aller Zeiten für ein Dreivierteljahr inhaftiert. Im Mai dieses Jahres kam er aus dem Gefängnis, im September erschien dann sein während seiner Haftzeit verfasstes 500-seitiges Buch „Bauzeit – Shlomo, der Knast und die freie Welt, erschienen im Antaios Verlag, eine im legeren Jugendslang verfasste Reflexion über die Gefängnisatmosphäre mit authentischen Schilderungen, das einen schonungslosen Einblick in die vielfältige Realität des Justizvollzugs in der Post-Merkel-Bundesrepublik gewährt. Thematisiert werden darin  nicht nur die ethnisch und sozial „bunt gemischte“ Häftlingspopulation, sondern auch die teils naiven Weltanschauungen der für Resozialisierung zuständigen Pädagogen und Psychologen, die dort zum Einsatz kommen und deren Ansätze Finkelstein kritisch, wenngleich sehr realistisch bewertet – denn auch wenn es Linken nicht gefällt, so lassen sich manche Menschen eben schlicht weder erziehen noch grundlegend verändern – sie können nur abgeschreckt oder bestraft werden, so das nüchterne Resümee des Autos. Andere wiederum könnten sich durchaus ändern – doch eben nicht mit den milden Kuschelmethoden des bestehenden Strafvollzugs, der mehr mit einer Sozialarbeitertherapie gemein hat als mit Knast, sondern allenfalls durch konsequente, härtere Maßnahmen.

Zu den prominenten Rezensenten von Pielka/Finkelsteins Buch gehört der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke, der das Werk ausdrücklich zur Lektüre empfiehlt. Höcke nimmt dabei Bezug auf den unfassbaren Wikipedia-Eintrag des Dissidenten Shlomo Finkelstein, in dem es heißt: “Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein ist ein deutscher rechtsextremer Online-Aktivist, der rassistische, islamfeindliche und antifeministische Inhalte verbreitet und wegen Volksverhetzung inhaftiert war.” Höcke kommentiert diese maximal voreingenommene, diffamierende Beschreibung: “ Übersetzt heißt das: Pielka ist ein patriotischer Dissident, der den Niedergang seiner Heimat und Kultur umfassend wahrnimmt und ihm u.a. als Youtuber aktiv entgegentritt.” Tatsächlich habe ihn, so Höcke, eine „politisierte Justiz wegen regierungskritischer Meinungsäußerungen neun Monate hinter Gitter gebracht“.

Zweierlei Maß in „unserer Demokratie“

Pielka schildert in seinem Buch mit drastischen Worten seine eigene Verhaftung von der Straße weg: „Diese kranken Schweine. Alter. Dieser menschliche Abfall. Die haben mich auf nem Spaziergang mit meinem Sohn überfallen, 15 Mann, teils in Skimaske. Die nehmen mich ihm weg, wegen verfickter Youtoube-Videos. Und zwar nicht irgendwelche Terroranleitungen oder Neonazisachen, wegen scheiß Migrationskritik.” Höcke schreibt dazu in seiner Rezension: „Die Wut über seine ungerechte Behandlung bricht hier aus ihm heraus. Und das ist sehr gut nachvollziehbar, weil das rechtsstaatliche Prinzip der Verhältnismäßigkeit offenkundig mit Füßen getreten wurde. Daß besonders im Kontext von Meinungsdelikten in ‚unserer Demokratie‘ mit zweierlei Maß gemessen wird, verdeutlicht der Autor mit Verweis auf den Hofnarren des polit-medialen Establishments, Jan Böhmermann. Der hatte im Frühsommer 2024 vor laufender Kamera eine halbe Stunde damit verbracht, AfD- und FPÖ-Politiker als weltanschauliche Erben Hitlers hinzustellen, um die Sendung dann mit den Worten ’statt Nazikeule vielleicht einfach mal ein paar Nazis keulen‘ abzumoderieren. Juristische Folgen hatte dieser offenkundige Mordaufruf allerdings keine. Was darf Satire? In Deutschland alles, aber nur wenn man links-bunt ist!”

Die Knast-Welt, so Höcke, sei in vielerlei Hinsicht ein Abbild der gesellschaftlichen Realität: „Besonders in westdeutschen Anstalten gehören Multikulti-Konflikte und Drogenkonsum zum Alltag. Pielka beobachtet genau und arbeitet das Zeitgeistige wie das Überdauernde der JVA-Kultur wunderbar heraus. Seine Psychogramme haben mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. In den deskriptiven Teil flechtet er gekonnt Reflexionen über grundsätzlich Themen wie Demographie, Liberalismus, Religion, Moral und das Anlage-Umwelt-Problem ein… Anfangs von Resignation heimgesucht, gewinnt der ‚Neu-Knacki‘ schnell an innerer Souveränität, die ihm hilft, eine gesunde Renitenz zu entwickeln. Wenige Monate nach seiner Inhaftierung wird aus dem »armen Schwein, das alles getan hätte, um zu Frau und Kind zurückzukommen«, eine Abrißbirne im Herzen der deutschen Justiz, die sich hier genau am richtigen Ort fühlt – wie sich der Autor ausdrückt. Am Widerstand reift und wächst hinter Gittern ein junger Mensch zu einer Persönlichkeit, das wird beim Lesen erfahrbar.” Höcke schließt seine Rezension mit dem Schlusszitat aus Finkelsteins Buch, der lautet: „Was mich betrifft: Ich scheine okay zu sein, jedenfalls gibt es keine klaren Anzeichen für das Gegenteil, Alpträume oder so. Genaugenommen fällt mir gerade auf: Ich habe auch hinter Gittern nie vom Gefängnis geträumt, nicht ein einziges Mal. Ich war immer frei.” Pielka sei damit, so Höcke, ein bemerkenswerter Buchabschluss gelungen, der ihm noch lange im Gedächtnis bleiben werde. (AS)

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