Jubel in Bulgarien über die Euro-Einführung, große Skepsis bei Europas Ökonomen (Foto:ScreenshotYoutube)
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Bulgarien führt den Euro ein: Das „Armenhaus Europas“ ist ab heute in der Währungsunion

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Die inflationäre Ausweitung des amorphen Gebildes EU, die den alten Kontinent immer weiter vom ursprünglichen Gemeinschaftsgedanken und gesunden, organischen Erweiterungsprozesses wegführt und inzwischen zu massiven sicherheitspolitischen Destabilisierungen führt, findet auch in der Expansion der Währungsunion ihre Entsprechung: Heute führt Bulgarien als 21. Land den Euro ein. Das „Armenhaus Europas“ hat seine bisherige nationale Währung Lew aufgegeben, der feste Umrechnungskurs beträgt nun rund 1,96 Lew pro Euro. Für Bulgarien ein Grund zum Jubeln, doch für die einstigen Stabilitätsgaranten der Gemeinschaft ein weiterer Mühlstein bzw. tickende Zeitbombe In Sofia wurden Feierlichkeiten veranstaltet, darunter die Projektion von Euro-Münzen auf das Gebäude der Bulgarischen Nationalbank.
Politiker des Lanes begrüßten den Schritt – natürlich – als „Meilenstein der EU-Integration“; Präsident Rumen Radew nannte ihn den „letzten Schritt“ in die Europäische Union. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hieß Bulgarien „herzlich in der Euro-Familie willkommen“ und betonte den Euro als Symbol für „gemeinsame Werte und kollektive Stärke“. Auch die völlig skrupellose und seit jeher halsbrecherische Fehlentwicklungen forcierende EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.

Erhebliche Sorgen

Die Anhänger preisen die Vorzüge: Keine Wechselgebühren mehr, erleichterter Handel und mehr Touristen. Fast die Hälfte der bulgarischen Exporte geht in den Euroraum. Kleine und mittlere Unternehmen sparen jährlich etwa eine Milliarde Lew. Für Urlauber am Schwarzen Meer wird das Bezahlen einfacher – kein Geldtausch nötig, bessere Preisvergleiche und bequemes Kartenzahlen. Preise werden derzeit doppelt in Lew und Euro ausgezeichnet.
Doch es gibt auch erhebliche Sorgen – übrigens auch in Bulgarien selbst: Viele Bürger fürchten Preisaufrundungen und eine „Teuro“-Entwicklung. Umfragen zeigen, dass rund die Hälfte der Bevölkerung nicht glaubt, der Euro werde das Leben verbessern. Außerdem erfolgt der Beitritt in einer politisch instabilen Lage: Bulgarien hat derzeit gar keine reguläre Regierung. Das Kabinett war im Dezember 2025 nach Massenprotesten zurückgetreten, ein Staatshaushalt für 2026 fehlt. Konservative und euroskeptische Okönomen warnten außerdem vor der Ausweitung der Währungsunion auf einen weiteren Krisenkandidaten; denn Bulgarien gilt als ärmstes EU-Land mit hoher Korruption und Armut. Dass dieses Land nun gleichberechtigt mit am Euro-Tisch sitzt, ist eine weitere Absurdität und gegenüber insbesondere Deutschland mit seiner riesigen Target2-Schuldenhaftung ein Vabanquespiel – auch wenn sich ökonomisch zunächst wenig ändern dürfte, da der Lew bereits fest an den Euro gekoppelt war. (TPL)
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