Linke Reaktion? (Collage/Shutterstock)
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Ist die AfD schuld daran, dass es immer mehr Linksextreme gibt?

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Der „Terrorismus-Experte“ Peter Neumann kennt als Professor am King’s College in London eigentlich die politischen Zustände in Deutschland nur aus der Fernbetrachtung und Außenperspektive, ganz abgesehen von der unvermeidlich akademischen Blasenentrücktheit; diese Faktoren mögen erklären, dass er eine grundsätzlich richtige Beobachtung mit den falschen Schlüssen verbindet. Zu Recht warnt er vor einer zunehmenden Radikalisierung in der linksextremen Szene, die ausgelöst durch den Aufstieg der AfD sei. Bei Neumann klingt das allerdings so, als sei die AfD schuld daran, dass immer mehr linksextreme Deutschland Straßen unsicher machen.

In einem Interview mit “Bild” – genauer: im Podcast mit Paul Ronzheimer (der dieses Thema offenbar aufgrund jüngster persönlicher Erfahrungen als Reporter in Gießen  beim Gründungsparteitag der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ zunehmend als ernst erkannt hat) erklärt er, dass die starken Umfragewerte und möglichen Wahlerfolge der AfD, besonders in Ostdeutschland, eine “massive Mobilisierung” unter Linksextremen auslösen. In Antifa-Szeneforen wie „Indymedia“ werde ganz offen diskutiert, wie man eine „Machtergreifung der Faschisten“ verhindere. Die Methoden werden dabei immer gewalttätiger: Brandstiftungen, gezielte Anschläge auf Politiker, Angriffe auf Polizisten, Journalisten und alle, die als „Helfer des Faschismus“ gelten – also nicht nur AfD-Mitglieder, sondern auch CDU, Staat und Polizei.

Phänomen der „gegenseitigen Radikalisierung“

Es ist die übliche Selbstermächigung und -legitimation aller Terroristen Schwerkriminellen „mit Botschaft“ zu allen Zeiten, die sich im Zuge ihres eingebildeten Widerstands und Freiheitskampfs an keinerlei Recht und Gesetz mehr gebunden fühlen und vermeintlich aus einem „übergesetzlichen Notstand“ heraus agieren. Neumann nennt als Belege den Brandanschlag auf das Auto von AfD-Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann, den Anschlag auf das Jagdhaus von Gloria von Thurn und Taxis bei Regensburg sowie eben die heftigen Attacken bei der Neugründung der AfD-Jugend in Gießen im Dezember.

Das Phänomen der „gegenseitigen Radikalisierung“ – rechter Aufstieg treibt linke Extremisten in die Eskalation, möglicherweise bis hin zum Terrorismus – ist allerdings eine gefährliche Täter-Opfer-Umkehr. Abgesehen davon, dass sich die AfD überhaupt nicht radikalisiert, trägt auch nicht sie mit ihrem Aufstieg in der Wählergunst dafür die Verantwortung – sondern eine antidemokratische Brandmauer-Politik, die das vorpolitische Feld linksradikaler NGOs finanziert und mit ihren Assistenzmedien die Aufwiegelung gegen die einzige Realopposition im Land schürt. (TPL)

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