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Kaisern Alice, die Weise und König Ulrich, der Siegreiche?

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Der anti-islamische Bürgerkrieg in Persien hat das Thema konstitutionelle Monarchie mal wieder auf den Tisch gebracht. Dazu gibt es einen interessanten Post von Ada, die sich mit den iranischen Verhältnissen offensichtlich gut auskennt:

1. Seit Jahrzehnten basiert die Propaganda der Islamischen Republik im In- und Ausland auf der Erzählung, ohne die I.R. würde Chaos ausbrechen.
Diese Erzählung hat westliche Politiker konsequent davon abgehalten, einen Umsturz zu unterstützen, und sie dazu verleitet, auf Reformen zu setzen – Reformen, die es niemals geben wird. Mit den Schlachtrufen „Dies ist der letzte Kampf, Pahlavi kehrt zurück“ und „Javid Schah“ wird klargestellt, dass es eine Führung gibt: einen legitimen Repräsentanten, der einen geordneten Übergang ohne Chaos sicherstellen kann.
2. Zum ersten Mal bringt die iranische Bevölkerung nicht nur zum Ausdruck, was sie nicht mehr will – die Islamische Republik –, sondern formuliert klar, was sie will. Nämlich die Rückkehr von Kronprinz Reza Pahlavi und eine konstitutionelle Monarchie unter seiner Führung.
3. Bei den letzten großen Protesten vor drei Jahren wurden zentrale Slogans von Regime-Lobbyisten im Westen bewusst verfälscht. Aus dem patriotischen Ruf „Zan, Zendegi, Azadi – Mard, Mihan, Abadi“ („Frau, Leben, Freiheit – Mann, Heimatland, Wohlstand“) wurde selektiv nur der erste Teil herausgepickt, weil er in das Narrativ der Reformisten passte. Der nationale, gesamtgesellschaftliche, revolutionäre Protest wurde zu einer rein feministischen Revolte umgedeutet. Plötzlich ging es nur noch um Hijab und Kleidervorschriften – theoretisch reformierbare Teilaspekte – und nicht mehr um einen Regimewechsel. Mit „Javid Schah“ lässt sich genau diese Vereinnahmung verhindern.
Aus all diesen Gründen ist es klug und weise, diese Slogans zu verwenden. Sie neutralisieren die Auslandspropaganda – auch wenn das aktuell dazu führt, dass leider kaum darüber berichtet wird – und sie zeigen unmissverständlich, was die Menschen wollen und wie sie sicherstellen, dass sie es auch bekommen. Am Ende ist es eine historische Logik: Dass das Regime, das mit dem Slogan „Tod dem Schah“ an die Macht kam, mit dem Slogan „Lang lebe der Schah“ gestürzt wird.
In diesem Sinne: Javid Schah!
Aber was ist eigentlich eine konstitutionelle Monarchie? Eine Erklärung:
Eine konstitutionelle Monarchie (auch als begrenzte Monarchie oder verfassungsmäßige Monarchiebezeichnet) ist eine Staatsform, in der ein Monarch (z. B. König, Königin, Fürst oder Kaiser) das Staatsoberhaupt ist, dessen Macht jedoch durch eine Verfassung stark eingeschränkt wird. Im Gegensatz zur absoluten Monarchie, in der der Herrscher uneingeschränkt regiert, muss der Monarch hier Gesetze und Verfassungsregeln einhalten und teilt die politische Macht typischerweise mit einem Parlament oder einer gewählten Regierung.
Wichtige Merkmale

  • Der Monarch hat meist zeremonielle und repräsentative Aufgaben (z. B. Gesetze unterzeichnen, Staatsbesuche, nationale Einheit symbolisieren), während die eigentliche Regierungsgewalt bei einem Parlament und einer Regierung (oft unter einem Premierminister) liegt.
  • Es gibt Unterformen:
    • Parlamentarische Monarchie: Der Monarch hat fast keine politische Macht (häufigste Form heute, z. B. in Großbritannien oder Schweden).
    • Konstitutionelle Monarchie im engeren Sinne (auch semi-konstitutionell): Der Monarch behält mehr Einfluss (z. B. in Jordanien oder Marokko).
  • Die Verfassung kann schriftlich (wie in den meisten Ländern) oder ungeschrieben (wie im Vereinigten Königreich) sein.

Beispiele (Stand 2026)

Heute gibt es weltweit etwa 43 Monarchien, von denen die meisten konstitutionell sind. Bekannte Beispiele:

  • Europa: Vereinigtes Königreich (King Charles III.), Schweden, Norwegen, Dänemark, Niederlande, Belgien, Spanien, Luxemburg, Liechtenstein, Monaco.
  • Asien: Japan, Thailand, Malaysia (wahlmonarchie), Kambodscha, Bhutan.
  • Naher Osten: Jordanien, Bahrain, Kuwait, Marokko.
  • Andere: Kanada, Australien, Neuseeland (Commonwealth-Reiche, die denselben Monarchen wie das Vereinigte Königreich teilen).

Diese Systeme verbinden oft Tradition und Stabilität mit demokratischen Elementen, wobei der Monarch als neutrales Symbol über den Parteien steht. Im Vergleich zu Republiken ist der Unterschied vor allem, dass das Staatsoberhaupt erblich (oder gewählt unter Adligen) und nicht direkt vom Volk gewählt ist. (Quelle: GROK)

Wäre so eine Staatsform vielleicht sogar für Deutschland möglich – wenn man das mit der Erbschaft mal weglässt, König oder Königin direkt wählen könnte und den Herrschaften mehr Machtbefugnisse gestatten würde?
Was wäre das, wenn das „Volk“ dann untertänigst auf Kaiserin Alice, die Weise und König Ulrich, den Siegreichen emporschauen dürfte? Oder wären linke Oberhäupter und Führer alá Stalin und Mao – so wie es die Linken sicherlich bevorzugen würden – besser?
Vielleicht könnte man ja wenigstens eine Umfrage starten.
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