Willkommen in der Wirklichkeit: Die Stadt Celle musste nun offen das Scheitern der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt einräumen – denn ein entsprechendes Projekt wurde nach acht Monaten abgebrochen. „Für Kommunen ist es weit mehr als unattraktiv, sondern vielmehr unpraktikabel, Flüchtlinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten in ein Arbeitsverhältnis zu überführen“, hieß es dazu in einer erhellenden Stellungnahme. Von insgesamt 119 Migranten, die ursprünglich für das Projekt in Betracht gezogen wurden, hatten am Ende nur sieben (!) daran teilgenommen- und selbst dies scheiterte fulminant: 80 Migranten galten von Anfang an als nicht arbeitsfähig wegen Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen, Betreuungspflichten für Kinder, Teilzeitbeschäftigungen, Minderjährigkeit, Schule, Studium oder Ausbildung sowie gesundheitlicher Einschränkungen.
Den sieben verbliebenen Kandidaten stellte man eine Betreuungsperson an die Seite, die sie während der Arbeit begleiten und parallel mitarbeiten sollte. Die Bilanz spricht Bände: Sechs brachen ihre Tätigkeiten vorzeitig ab, natürlich ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen für sie gehabt hätte, und ein einziger Asylbewerber ist nach wie vor im Fachdienst Straßenbetrieb im Einsatz und „in die betrieblichen Abläufe mittlerweile nahezu integriert“, wie CDU-Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge letzten Monat stolz in einer Presseerklärung mitteilte. Einer von 119: Das ist ein ausnahmsweise einmal realistischer Schlüssel, der Auskunft gibt, wie wenig die Prekariatsintegration nach Deutschland irgendetwas mit Entlastung des hiesigen Arbeitsmarktes geschweige denn Fachkräftezuzug zu tun hat.
Außer Spesen nichts gewesen
Das ganze Experiment allein in Celle schlug mit abenteuerlichen Kosten von rund 73.000 Euro zu Buche – rund 60.000 davon für Personal- und Betreuungskosten. Auf Anfrage von „Nius“ räumte die Stadt dann immerhin offen (sprich: ohne das in solchen Fällen übliche Geschwurbel) ein, dass das Ergebnis „mehr als ernüchternd“ sei. Aufwand und Nutzen stünden „in keinerlei Verhältnis“. Die gemachten Erfahrungen hätten „keine andere Alternative zugelassen, als das Projekt aufzugeben“. Besonders ernüchternd sei, wie niedrig die Hürden seien, um von einer Arbeitsaufnahme befreit zu werden. Dazu hätten bereits zwei Stunden Sprachkurs pro Woche oder die Angabe von Betreuungspflichten für Kinder ausgereicht.
Das Beispiel Celle ist natürlich kein Einzel-, sondern der Normalfall: Die allermeisten, wenn nicht sogar so gut wie alle solcher Projekte in ganz Deutschland scheitern schon allein daran, dass es Migranten – verständlicherweise – ebenso wenig oder noch weniger als Einheimische einsehen, dass sie arbeiten sollen, wenn sie ohne Arbeit dasselbe Auskommen (oder sogar Vielfaches ihres Lohnes) einstreichen können. Keinem normalen Menschen wäre so etwas vermittelbar. Den Menschen ist nicht einmal ein Vorwurf zu machen: Da ihnen auch keinerlei Sanktionen drohen und bei dem Projekt bereits zwei Stunden anderweitiger Beschäftigung pro Woche als Ausrede genügen, um von der “Arbeit” entbunden zu werden, ohne dadurch finanzielle Einbußen zu erleiden, wären sie geradezu verrückt, wenn sie sich auf solche Projekte einlassen würden. Der Flop von Celle steht stellvertretend für den gesamten Irrsinn der deutschen Migrationspolitik. (TPL)























