Nach den Volksfesten im Sommer und den Weihnachtsmärkten im Winter steht nun auch wieder die Abhaltung der Rosenmontagszüge unter dem Vorbehalt der allgegenwärtigen Terrorgefahr. In Essen geht man nun dazu über, die beiden Essener Umzüge in Kupferdreh und Rüttenscheid nicht mehr parallel stattfinden zu lassen, sondern einen auf Sonntag vorzuverlegen. „Durch die bundesweit zunehmenden Sicherheitsanforderungen bedarf es umfangreicher Vorbereitungen vor Zugbeginn, insbesondere bei unvorhersehbaren Ereignissen wie der Anschlagsdrohung im vergangenen Jahr.
Dies hat zu der gemeinsamen Entscheidung geführt, den Kupferdreher Rosenmontagszug auf den Sonntag vorzuziehen“, erklärte eine Stadtsprecherin. Im vergangenen Jahr musste der Kupferdreher Rosenmontagszug kurz vor Beginn wegen einer Bombendrohung abgesagt werden. Die diesjährige Entscheidung habe nichts mit den Vorkommnissen im letzten Jahr zu tun, behauptet der Veranstalter. Vielmehr habe man den Zug so sicher wie möglich gestalten wollen, was dazu geführt habe, „dass personelle Engpässe am Montag es nicht zulassen, zwei Züge an einem Tag rollen zu lassen“.
Irgendwann wird dann alles abgesagt
Während die Stadt Essen also offen von Sicherheitsbedenken spricht, redet sich der Veranstalter mit angeblichen Personalproblemen heraus. Genau wie bei mittlerweile jeder öffentlichen Veranstaltung, müssen auch bei den Karnevalsumzügen überall massive Sicherheitsvorkehrungen wie Absperrungen, verschärfte Kontrollen, erhöhtes Polizeiaufgebot und Sicherheitspersonal aufgeboten werden. Die explodierenden Kosten dafür sorgten im letzten Jahr für die massenhafte Absage von Volksfesten. „Wir haben rund 9.700 Volksfeste. Jedes ist wichtig und einzigartig für eine Stadt, ein Dorf, eine Region“. Absagen, erst recht kurzfristige, seien für viele Betroffene akut existenzbedrohend, erklärte der Deutsche Schaustellerbund dazu.
Einige Rosenmontagsumzüge wurden aus Angst vor Anschlägen bereits abgesagt. Damit wird die nach jedem Terroranschlag gebetsmühlenartig heruntergeleierte Lügenphrase „Wir lassen uns unsere Art zu leben, nicht nehmen“, erneut ad absurdum geführt. Feste können in diesem kulturbereicherten Land nur noch ghettoisiert und unter Verlust jeder Unbefangenheit stattfinden. Und irgendwann gibt es sie dann gar nicht mehr… (TPL)























