Die mit riesigem Getöse vollzogene Verlegung von 15 Bundeswehr-Soldaten nach Grönland, fand bereits nach 48 Stunden ein jähes Ende. Am gestrigen Sonntag reiste das Erkundungsteam schon wieder ab. Noch am Samstag hieß es, die Soldaten würden sogar länger als geplant bleiben. Der Abzug wurde dann ohne offizielle Ankündigung und weitere Angaben erteilt. Offiziell heißt es nun, das schlechte Wetter habe den Ausschlag gegeben. Laut Verteidigungsministerium habe der vorgesehene Flug zum dänischen Stützpunkt Kangilinnguit mit dortiger Erkundung deswegen abgesagt werden müssen, weshalb man sich gleich zum kompletten Abbruch des Einsatzes entschlossen habe.
Dabei waren die Soldaten schon einen Tag später als geplant auf Grönland eingetroffen. Am Freitag hatte Ministeriumssprecher Michael Stempfle in der Bundespressekonferenz fabuliert: „Wenn ich jetzt sage, es geht bis zum 17. Januar, und dann stellt sich vor Ort heraus, dass sie doch noch länger bleiben wollen, dann sagen Sie wieder: Der Stempfle hat das nicht konkret genug gesagt. Deswegen würde ich das gerne noch ein bisschen offenlassen. Im Zweifel müssen Sie die Dänen fragen“.
Lächerliche Farce
Ziel des Ganzen war eine Übung und die Erkundung von möglichen weiteren Übungs- und Stationierungsmöglichkeiten. Der Einsatz war auf Einladung Dänemarks gestartet worden, nachdem am Mittwoch ein Treffen zwischen den Außenministern Dänemarks, Grönlands und der USA in Washington über die Zukunft Grönlands gescheitert war, dessen Annexion die USA aus geostrategischen Gründen anstreben.
Wer der Berichterstattung über den Einsatz der 15 Bundeswehr-Soldaten folgte, konnte mitunter den Eindruck gewinnen, diese würden sich todesmutig den Plänen von US-Präsident Donald Trump entgegenstellen und die riesige Insel notfalls im Alleingang gegen die anrückende US-Armee verteidigen. Ob nun wirklich schlechtes Wetter der Grund für den vorzeitigen Abbruch des Ganzen war oder ob aus den USA die Ansage kam, diese Farce zu beenden – jedenfalls wirkt das Manöver, das verspätet begann und vorzeitig abgebrochen wurde, einmal mehr wie das kläglich gescheiterte Resultat deutscher Großmäuligkeit. (TPL)























