Ausnahmezustand in Davos (Foto:Imago)
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WEF in Davos gestartet: Statt Klima und Great Reset stehen diesmal Grönland und Ukraine auf der Agenda

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Das Weltwirtschaftsforum in Davos hat heute, am 19. Januar 2026 begonnen. Das fünftägige Treffen steht auch in diesem Jahr klar im Zeichen geopolitischer Spannungen. Im Mittelpunkt steht der aktuelle „Streit um Grönland“, der paradoxerweise nicht als solcher verstanden wird zwischen Russland, China und den USA – sondern zwsichen den USA und Dänemark beziehungsweise der EU. Die Europäer spielen sich hier erneut auf Sachwalter von angeblicher „Unabhängigkeit“, die im Falle Grönlands überhaupt nicht besteht. Das Land, seit 2009 unabhängig, aber seit 300 Jahren faktisch von Dänemark abhängig, ist in einem prekären Zustand und droht längst zum Spielball von chinesischen und russischen Interessen zu werden.

Doch wenn die USA, natürlicher Verbündete des Westens, hier gegen einschreiten, gehen die üblichen Trump-Hater bei uns auf die Barrikaden und faseln ahnungslos von US-Welteroberungsplänen. Dass nun auch Friedrich Merz von Schutz der “territorialen Integrität” Grönlands spricht, eine schon im Ukrainekrieg bemühte Floskel, zeigt die völlige Unkenntnis auch deutsche Politiker über die Sachlage.

Erstmals Realpolitik

Thema in Davos sollen auch die von US-Präsident Donald Trump angedrohten neuen Zölle gegen mehrere europäische Länder sein. Erstmals tatsächlich weltpolitisch relevant könnte Davos insofern werden, als dem Vernehmen nach Vertreter der Ukraine und der USA dort Gespräche über mögliche Wege zu einem Kriegsende mit Russland führen wollen Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs werden erwartet, darunter auch Trump, Selenskyj, Merz, der israelische Präsident Herzog und Argentiniens Staatschef Javier Milei.

Statt globalistische Visionen zur immer weiteren Machtkonzentration bei supranationalen Eliten zu entwickeln und den „Great Reset“ zu perpetuieren, ist durch die angespannte Lage diesmal wenigstens ein wenig Realpolitik in Davos zu erwarten.  Hinzu kommen Hunderte hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Geopolitische Krisen und Handelskonflikte dominieren damit die Agenda deutlich stärker als klassische WEF-Themen wie Klimaschutz oder neue Technologien. (TPL)

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