Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico berichtete am Montag in sozialen Netzwerken über ein Telefongespräch mit Friedrich Merz. Thema sei die „ernste internationale Lage“ gewesen. „Weltweit wird die EU von vielen Staats- und Regierungschefs nicht wirklich ernst genommen. Und das liegt an unseren unsinnigen Klimazielen und unserer selbstmörderischen Migrationspolitik.“.
Am Montag führte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico ein Telefonat mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, das ein deutliches Schlaglicht auf die wachsenden Spannungen innerhalb Europas und auf die schwindende internationale Bedeutung der Europäischen Union wirft. Fico nutzte das Gespräch, um offen anzusprechen, was seiner Ansicht nach in Brüssel und auch in Berlin zunehmend verdrängt wird: Die EU hat an Glaubwürdigkeit und Durchsetzungskraft verloren, weil sie sich von ideologischen Projekten statt von realen Interessen leiten lässt.
Im Rahmen des Telefonats informierte Fico den Kanzler über sein kurz zuvor stattgefundenes Treffen in den Vereinigten Staaten, bei dem er ausführlich mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio gesprochen hatte. Dieses Gespräch habe deutlich gemacht, wie konsequent und klar die USA unter Trump ihre nationalen Interessen vertreten. Genau diese Haltung verschaffe den Vereinigten Staaten Respekt auf der Weltbühne – ein Respekt, den die Europäische Union zunehmend verspielt. Fico machte deutlich, dass Europa heute in einer wesentlich stärkeren Position wäre, wenn es ähnlich selbstbewusst und pragmatisch handeln würde.
Besonders scharf fiel seine Kritik an der europäischen Klima- und Migrationspolitik aus. Überzogene Klimaziele, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit gefährden, sowie eine unkontrollierte Migrationspolitik hätten nicht nur massive wirtschaftliche Folgen, sondern auch das Vertrauen vieler Partnerstaaten in die Handlungsfähigkeit der EU untergraben. Aus Sicht Ficos sind dies zentrale Gründe dafür, dass Europa international kaum noch als ernstzunehmender Akteur wahrgenommen wird.
Fico kündigte an, diese Kritik nicht nur bilateral zu äußern, sondern sie auch offiziell an die Spitze der Europäischen Kommission und an alle EU-Regierungschefs heranzutragen. Er sieht dringenden Reformbedarf, bevor der politische und wirtschaftliche Einfluss der Union weiter schwindet.
Im Gespräch mit Merz unterbreitete Fico zudem konkrete Vorschläge für eine engere und realistischere Zusammenarbeit. Er betonte die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und der Slowakei, insbesondere in der Automobilindustrie, und machte klar, dass politische Fehlentscheidungen in Berlin direkte Auswirkungen auf andere Länder haben. Gleichzeitig ließ er erkennen, dass er von der neuen deutschen Führung bislang keine klare strategische Linie erkennt. Das Telefonat verdeutlicht damit den wachsenden Gegensatz zwischen einer national orientierten, interessengeleiteten Politik – wie sie Trump verkörpert – und der aktuellen EU-Agenda, die zunehmend an Rückhalt verliert.
PHONE CALL WITH GERMAN FEDERAL CHANCELLOR F. MERZ AFTER THE MEETING WITH THE U.S. PRESIDENT
Dear friends,
just a few minutes ago I finished a phone call with German Federal Chancellor Friedrich Merz @bundeskanzler regarding the serious international situation. Above all, I… pic.twitter.com/4d1McrHvoL— Robert Fico 🇸🇰 (@RobertFicoSVK) January 19, 2026
(SB)























