Die Brandenburger AfD hat den Gegnern der Partei in diesem Superwahljahr unnötigerweise Munition geliefert, indem sie eine Veranstaltung mit dem österreichischen Identitären Martin Sellner unterstützt, die am heutigen Donnerstag stattfindet. Dabei handelt es sich um einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“. Als Teilnehmer waren die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré und ihr Ehemann, der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, aufgeführt. Da aber sowohl die AfD-Bundesspitze als auch der Brandenburger Landesvorsitzende René Springer forderten, den Termin zu stoppen, wurde er abgesagt und Sellner hält seinen Vortrag an einem anderen Ort.
Der Brandenburger Fraktionsvorsitzende Hans-Christoph Berndt erklärte, er sehe nicht ein, dass Sellner jetzt eine Unperson und es ein Verbrechen sei, sich mit ihm zu treffen. An sich ist dies zweifellos richtig. Sellner ist ein kluger und völlig legitimer rechter Vordenker, der keinerlei unrechtmäßige Positionen vertritt. Unter normalen Umständen wäre es lobenswert, wenn man diesen Aspekt Sellners herauskehrt und zur Enttabuisierung seiner Person beiträgt. Allerdings ist sein Name durch die unsägliche Lügengeschichte der linken Propagandaschleuder „Correctiv“ über das angebliche rechtsradikale „Geheimtreffen“ von Potsdam aber auch so kontaminiert, dass seine bloße Erwähnung bereits Dauerstoff für Diffamierungen und Entstellungen zu seinen Lasten und denen der AfD bietet. Es ist also mindestens unklug, seinen Gegnern eine solche Angriffsfläche zu bieten, da in der medialen Öffentlichkeit die Namen Sellner-Potsdam-Deportation deutscher Staatsbürger zu Synonymen geworden sind, seien sie auch noch so falsch.
Aus taktischen Gründen unnötig
Auf manch potentiellen AfD-Wähler wird dies zumindest befremdlich wirken und zu der Frage führen, ob an den Behauptungen über die AfD nicht vielleicht doch etwas dran ist, wenn sie sich mit solchen medial verfemten Personen einlässt. Dies ist zwar bedauerlich, weil es den Erfolg solcher Hetzschriften wie von „Correctiv“ zeigt, gerade in Zeiten dauernden Wahlkampfes wie in diesem Jahr mit mehreren Landtagswahlen, hätte es aber schon die schiere politische Vernunft geboten, aus taktischen Gründen nicht unnötigerweise ein solches Fass aufzumachen. Zudem entzündet sich der innerparteiliche Widerstand gegen Sellner auch weniger an dessen Person, sondern kommt daher, dass hier ein allgemeiner Richtungsstreit zwischen ost- und westdeutschen Landesverbänden und deren eher westlicher beziehungsweise völkisch-nationalistischer Position zum Ausdruck kommt.
Die Unterstützung Sellners durch Teile des Brandenburger Landesverbandes ist also ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es gut, der linken Propagandahetzte nicht nachzugeben und durch Distanz zu Sellner den Eindruck zu erwecken, dieser sei kein akzeptabler Gesprächspartner, andererseits kann man es aber auch als überflüssige Belastung in einem Superwahljahr sehen, in dem die AfD-Geger im politisch-medialen Kartell noch mehr als sonst auf jede Gelegenheit zum Angriff lauern. (TPL)























