Winterpanik (Foto: Von Lopolo/Shutterstock)
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Folgen jahrelanger Klimahysterie: Deutschland kann keinen Winter mehr

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Wer die mediale Berichterstattung über das Winterwetter in diesem Monat verfolgt, muss zu dem Schluss kommen, dass Deutschland in einer apokalyptischen Eishölle ausgelöscht wird. Für die Jahreszeit völlig normales und nicht einmal besonders heftiges Wetter, wie Schnee, Glatteis und Eisregen werden in einem Duktus angekündigt, als habe man dergleichen noch nie gesehen. „Schnee und Regen von Hamburg bis Bayern. Glatteis-Alarm in ganz Deutschland“, titelte „Bild“ am Dienstagmorgen. „Vermeiden Sie Fahrten, die nicht notwendig sind, und halten Sie sich möglichst nicht im Freien auf“, wurde eindringlich geraten. In der Nacht sei es erneut zu Glätteunfällen gekommen. In Solingen habe es drei Verletzte gegeben, als zwei Autos auf rutschiger Fahrbahn ineinander gekracht seien, wobei drei Menschen verletzt wurden. Auch Baden-Württemberg melde „einzelne Glätte-Unfälle“. Und in Teilen Bayerns blieben am Dienstag „viele Straßen vorsorglich gesperrt, weil Bäume umstürzen oder Äste abbrechen könnten“. Eine Besserung sei nicht in Sicht – ebenso wenig wie ein Ende des Winters, wurde resigniert festgestellt. Warum Ende Januar ein Ende des Winters in Sicht sein sollte, fragt man sich gar nicht mehr. Solche Ratlosigkeit wäre vielleicht angebracht, wenn es Mitte April wäre, nicht aber am 27. Januar.

Am Montag hieß es: „Deutschland rutscht weiter. Wetterexperten warnen vor spiegelglatten Straßen“ Bereits am Sonntagabend schrie „Bild“: „Glatteis-Chaos schlittert auf Deutschland zu“. Meteorologisch sei die Lage in der Fläche mit Sturmtief Elli vergleichbar, vermeldete „Wetterexperte“ Dominik Jung – allerdings mit dem Unterschied, dass dieses Mal deutlich mehr Menschen gleichzeitig betroffen seien, weil die „Wettererscheinungen genau in den morgendlichen Alltagsbeginn hineinlaufen“.

Wahre Horrorszenarien

Es drohten „flächige Verkehrsprobleme, blockierte Straßen, verspätete oder ausfallende Züge und ein insgesamt hohes Chaos-Potenzial“. Meteorologisch ergebe sich damit „eine sehr ungünstige Mischung: keine Rekordwerte, aber eine hohe gesellschaftliche Wirkung“, schwadronierte er weiter. Schon den ganzen Monat gibt „Bild“ Jung und den Deutschen Wetterdienst Raum, um mit grotesker Theatralik vor solchen Horrorszenarien zu warnen. Vor zwei Wochen wurde „Alarmstufe Rot“ wegen eines „neuerlichen Wintereinbruchs“ ausgerufen. Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“ wurde gewarnt und dringend empfohlen, vorsorglich Decken und warme Getränke im Auto mitzunehmen – obwohl die Lage sich noch im Laufe des Vormittags schon wieder entspannen sollte.

Aber nicht nur „Bild“, auch die meisten anderen Medien stimmen lustvoll in diesen Panikchor ein. Vorletzte Woche konnte man den Eindruck erwecken, Hamburg werde zum Pompeji des Nordens. Die “Tagesschau” erklärte die Hansestadt gar zum „arktischen Pol Deutschlands“. Dass es laut dem „renommierten“ Klimaforscher Mojib Latif eigentlich schon seit einem Vierteljahrhundert wegen der Erderwärmung gar keine Winter in unseren Breiten mehr geben dürfte, ist völlig in Vergessenheit geraten. Wenn einen die Hitze nicht umbringt, dann eben die Kälte. Und wenn es nicht das Wetter ist, dann die nächste „Pandemie“ oder der ganz Europa überrennende Russe, der einem den Garaus machen wird. Hauptsache, man kann permanente Panik schüren.

Durch nichts begründete Hysterie

Politik und Behörden beteiligen sich auch noch an dieser durch nichts begründeten Hysterie. In Nürnberg fiel am Montag und Dienstag der Präsenzunterricht an öffentlichen Schulen „wegen der winterlichen Witterungsverhältnisse“ aus, wie die „Koordinierungsgruppe Schulausfall unter Leitung des staatlichen Schulamts“ entschied. Durch die Folgen des anhaltenden Schneefalls – „von Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr über Ast- und Baumbruch bis zu Dachlawinen“ – sei „in der Gesamtabwägung die Entscheidung für den Ausfall“ gefallen, wurde mitgeteilt. Die Notbetreuung in den Schulhäusern sei aber gesichert, schob man beruhigend nach. In Berlin genügte etwas Eisregen, um am Montag weite Teile des Tram- und U-Bahnverkehrs zum Erliegen zu bringen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erwiesen sich als völlig unvorbereitet auf diese Situation. „Gerade bei Winterwetter müssten sich die Berliner auf den ÖPNV verlassen können. Tatsächlich aber ist ein erheblicher Teil des schienengebundenen oberirdischen Nahverkehrs heute ausgefallen.

Auch dies sollten die Berliner im Hinterkopf haben, wenn sie um Unterschriften zum Volksentscheid „Berlin autofrei“ gebeten werden“, erklärte Rolf Wiedenhaupt, der Verkehrsexperte der AfD-Hauptstadtfraktion. Winterliches Januarwetter, wie es über Jahrhunderte völlig normal war, das heute eher sogar eher milde ausfällt und über das sich noch vor 15 Jahren kein Mensch gewundert oder gar aufgeregt hätte, wird zur ständigen Gefahr für Leib und Leben aufgeblasen. Temperaturen knapp unter oder sogar über dem Gefrierpunkt führen mittlerweile zu Schulschließungen und massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens, weil man theoretisch rutschen oder irgendwo Schnee von Dächern oder Bäumen fallen könnte. Es ist auch das Abbild einer Gesellschaft, die so überempfindlich geworden ist, dass sie kaum noch (über-)lebensfähig ist. Deutsche Großmäuler, die überall eine globale Führungsrolle übernehmen und Russland notfalls im Alleingang besiegen wollen, sind mit einem hundsgewöhnlichen Wintermonat heillos überfordert und würden sich am liebsten in einem Loch verkriechen. Diese lächerliche und peinliche Hysterie zeigt, wie weit es mit diesem Land gekommen ist. (TPL)

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