Der Winter ist noch lange nicht vorbei; dafür nähern sich die deutschen Gasvorräte ihrem Ende. Immer mehr Speicher fallen auf die kritische 20-Prozent-Marke. Laut Timm Kehler, Vorstand des Verbandes „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ ist der Füllstand der Gasspeicher inzwischen auf den ungewöhnlich tiefen Stand von 42 Prozent gefallen – weniger als im „Krisenjahr 2022“. Im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 habe der Füllstand zur gleichen Zeit mehr als 20 Prozentpunkte höher gelegen. Der Verband der Speicherbetreiber „Ines“ kritisiert, Deutschland sei mit einem Speicherstand von nur 75 Prozent in die Heizperiode gestartet. Am 1. November 2024 waren die Gasspeicher zu 98 Prozent gefüllt, die Bundesregierung hatte danach aber ihre Vorgaben gelockert, um zu verhindern, dass die Gaskosten zu stark steigen, wenn die Speicher in den Sommermonaten befüllt werden müssen. „Die aktuellen Mechanismen sichern die Versorgungssicherheit nicht ausreichend ab“, warnt Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
Ein weiterer kalter Monat genügt, damit die Lage endgültig dramatisch wird – und die Schuld dafür liegt ausschließlich bei der Politik. Weil man sich nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vor fast vier Jahren entschloss, so schnell wie nur möglich auf das günstige russische Gas zu verzichten, von dem man abhängig war, wurden Gasspeicher gesetzlich zu einem Instrument der Versorgungssicherheit erklärt und verbindliche Füllstandsvorgaben eingeführt, die gewährleisten sollten, dass die Speicher zu Beginn des Winters ausreichend gefüllt sind. Die bis dahin geltenden Marktmechanismen wurden auch hier politisch außer Kraft gesetzt. Auch wenn es wirtschaftlich nicht lukrativ war, mussten die Speicher auf Biegen und Brechen befüllt werden. Der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) musste dafür Gas einkaufen – allerdings nur auf ausdrückliche Anordnung des Wirtschaftsministeriums. 2022/23 erfolgte der Kauf zu Höchstpreisen, die bei der späteren Ausspeicherung des Gases aber erheblich niedriger lagen.
Die Vorräte schwinden dahin
Die massive Differenz wurde über die Gasspeicherumlage auf die Verbraucher umgelegt. Als seine wohl letzte Amtshandlung, setzte Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck am 5. Mai 2025 eine Änderung der gesetzlichen Füllstandsvorgaben für den Winter 2025/26 in Kraft, die vorsah, dass nicht mehr die einheitliche Zielvorgabe von 90 Prozent für alle Speicher galt, sondern eine differenzierte Struktur, die auf einen durchschnittlichen Zielwert von etwa 70 Prozent zum 1. November hinauslief. Habecks Nachfolgerin Katherine Reiche, die einen Tag später ihr Amt antrat, übernahm diese Regelung. Diese erwies sich aber im Laufe des Jahres als unzureichend. Zwar lag der Speicherstand am 1. November 2025 bei ca. 75 Prozent, die Vorräte schwinden aber dahin, ohne dass Abhilfe durch eine Reserve geschaffen wurde.
Auch der von der Ampel-Regierung 2022 verstaatlichte Energiekonzern Uniper hält die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Deutschland aktuell für „nicht garantiert“ und warnt vor möglichen Rationierungen. Uniper fordert von der Bundesregierung, Rahmenbedingungen in der Gaswirtschaft „verlässlich und zukunftsfest zu gestalten und verbindlich zu setzen“. Es brauche Marktanreize zur Speicherbefüllung, da sich das Einspeichern für die Betreiber derzeit nicht lohne. Dies ist das Ergebnis eine weiteren politisch-ideologisch motivierten Markteingriffs, der- wie immer- ins unvermeidliche Desaster führen muss, das die ohnehin zusammenbrechende Wirtschaft und die bis aufs Blut geschröpften Bürger ausbaden müssen – währen die Verantwortlichen sich weiterhin ihrer üppigen Bezüge erfreuen oder ihre unseligen Karrieren fortsetzen können.























