Zumindest akademisch ein Falscher Fuffziger: Thüringens Ministerpräsident von linken Gnaden Mario Voigt (Bild: Landtag)
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Nach Aberkennung von Doktortitel: Der „Plagiats-Vogt“ von Thüringen ist nicht mehr zu halten

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Rund anderthalb Jahre, nachdem der österreichische „Plagiatsjäger“ Stefan Weber nicht weniger als 140 Plagiatsfragmente in der Doktorarbeit des heutigen Thüringer CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt aufdeckte, hat die Technische Universität Chemnitz Voigt nun nach einem Untersuchungsverfahren tatsächlich den Doktortitel entzogen. Dies war nicht zu erwarten; die lange Dauer deutete eher darauf hin, dass hier wieder einmal ein hochrangiger Politiker vor den Folgen seines Betruges geschützt werden sollte, indem man die ganze Affäre einfach aussitzt. Was war zudem das erste Mal, dass einem amtierenden Ministerpräsidenten in Deutschland ein akademischer Titel anerkannt wurde; so etwas gab es bisher nur bei Ministern (zu Gutenberg, Schavan…).

Die Universität hatte einen externen Gutachter beauftragt, der im Februar letzten Jahres zu dem Schluss gekommen war, Voigts Dissertation zeige eine selbstständige wissenschaftliche Leistung, die den Ansprüchen an eine Doktorarbeit genüge. Umfang und Qualität der Verfehlungen seien nicht bedeutend genug, um den akademischen Grad zu entziehen. Dennoch wurde eine weitere Untersuchung vorgenommen, die zum gegenteiligen Ergebnis kam. Dagegen will Voigt nun juristisch vorgehen. Er und seine Anwälte berufen sich darauf, dass die Universität im März 2025 neue und bundesweit einzigartige Bewertungsregeln zum Umgang mit Plagiatsvorwürfen entwickelt habe. Die Bewertungsmaßstäbe, die man dem externen Gutachter zuvor mitgeteilt habe, seien mitten im Verfahren fallen gelassen worden. Voigt erklärte, er werde vor dem Verwaltungsgericht gegen den Titelentzug vorgehen. Der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit sei von den Vorwürfen nicht betroffen.

Dubiose Unterstellungen Voigts gegen die Uni Chemnitz

Der von der Universität eigens eingeschaltete unabhängige Sachverständige habe eindeutig bestätigt, dass seine Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche. Warum die Universität ihrem eigenen Gutachten nicht folge, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „In einem laufenden Verfahren die Spielregeln nachträglich und einschneidend zu verändern, ist – zurückhaltend formuliert – höchst ungewöhnlich. Auch wenn der Mensch nicht mit dem Doktortitel anfängt, habe ich Anspruch auf ein faires Verfahren. Das sehe ich bei dieser Fakultät nicht“, so Voigt. An einen Rücktritt denkt er natürlich schon gar nicht. „Die Arbeit hier in Thüringen, die wartet nicht und die geht morgen wieder mit voller Kraft weiter“, verkündete er frech vor Journalisten.

Viele Bürger dürften dies eher als Drohung empfinden. Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke stellte fest: „Voigt ist der Lüge, er ist des Betrugs überführt worden. (…) Er hat vor allem dem Ansehen des Freistaats schwersten Schaden zugefügt. Wenn es jemals in der Geschichte des Freistaats Thüringen die Notwendigkeit für einen Rücktritt gab, dann haben wir ihn jetzt.“ Ob Voigt damit durchkommt, den Skandal auszusitzen, wird sich zeigen. Andererseits wird das Parteienkartell alles tun um das zu verhindern — erst recht in einem Superwaljahr, in dem überall spektakuläre AfD-Erfolge zu erwarten sind. Zudem erwartet ohnehin kaum noch jemand, dass Politiker in diesem Land wegen persönlicher Verfehlungen zurücktreten. Die Aberkennung von Voigts Titel und sein Kleben an der Macht werden die meisten in ihrem desaströsen Eindruck der Politkaste bestätigen und sie in ihrer Wahlentscheidung für die AfD erst recht bestärken. (TPL)

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