von Tom Schiller
Nach der Veröffentlichung von weiteren ca. 3,5 Millionen Seiten der Epstein-Akten erklärte gestern der stellvertretende Generalstaatsanwalt der USA, Todd Blanche, reichlich überraschend, dass damit der gesamte Vorgang um den Skandal seitens des Justizministeriums abgeschossen sei. Wörtlich sagte er: „Ich kann mich nicht zu laufenden Ermittlungen äußern, aber ich möchte Folgendes sagen: Im Juli erklärte das Justizministerium, dass wir die Akten, die Epstein-Akten, geprüft hätten und dass darin nichts enthalten sei, was uns eine Strafverfolgung ermöglichen würde.“
Ergänzend meinte er: „Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder Personen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das reicht nicht unbedingt aus, um jemanden strafrechtlich zu verfolgen.“ Diese Art der Formulierung lässt einigermaßen offen, ob man nun zu verschiedenen bekannt gewordenen Fakten weitere Ermittlungen anstellt oder aber nicht.
Es war sicher nicht zu erwarten, dass unmittelbar nach Sichtung des vorliegenden Materials Handschellen klicken und Anklagen erhoben werden, aber Blanche lässt es tatsächlich so aussehen, als ob die von Epstein und seinen Kumpanen veranstalteten Sauereien ohne jede Konsequenzen blieben, ausser eines (temporären) Verlustes an Reputation einzelner Personen. Das wäre, vor allem aus Sicht der zahlreichen Mißbrauchsopfer, ein Zeichen moralischen Bankrotts.
Andererseits wäre es durchaus an der Zeit, dass die Opfer von Epstein, Clinton, Gates und & Co selbst das Heft in die Hand nehmen und den Strafverfolgungsbehörden erzählen, welche kriminellen Aktivitäten hinter den verstörenden Videos und Fotos stecken, die veröffentlicht wurden. Blanche jedenfalls meinte dazu noch: „Die ganze Welt kann sehen, ob wir etwas falsch gemacht haben“…
Ich für meinen Teil muss gestehen, dass mich das Ganze doch ein wenig sprachlos macht…
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