Die am Freitag vom US-Justizministerium veröffentlichten weiteren drei Millionen Epstein-Akten offenbaren ein unfassbares Geflecht von Eliten, die sich völlig amoralischen Ausschweifungen hingaben oder zumindest wussten, um wen es sich bei Milliardär und Pädophilen Jeffrey Epstein handelte.
Der selbsternannte Philanthrop Bill Gates gerät nun immer mehr in die Schusslinie. Nun verlegt er sich auf die Verteidigungsstrategie, bei seinen Treffen mit Epstein sei es immer nur darum gegangen, andere Reiche zum Spenden zu bewegen. „Der Fokus lag immer darauf: Er kannte viele sehr reiche Menschen und sagte, er könne sie dazu bringen, Geld für globale Gesundheit zu spenden“, so Gates. Er sei dumm gewesen, Zeit mit Epstein zu verbringen und er sei „einer von vielen“, die es bereuten, Epstein gekannt zu haben. „Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich, und ich entschuldige mich dafür“.
Jede Beteiligung am sexuellen Missbrauch junger Mädchen, womit der Name Epstein untrennbar verbunden ist, wies Gates vehement zurück. „Ich war nie auf der Insel, ich habe nie Frauen getroffen“, behauptet er. Je mehr Details nun veröffentlicht würden, desto deutlicher werde, dass die Treffen zwar ein Fehler gewesen seien – „aber nichts mit dieser Art von Verhalten zu tun hatten“. Gates‘ Ex-Frau Melina sieht das alles jedoch völlig anders. In einem Podcast erklärte sie, die neuen Enthüllungen würden auch Erinnerungen an „sehr, sehr schmerzhafte Zeiten“ in ihrer Ehe mit Gates zurückbringen. „Diese Fragen sind Sache dieser Menschen und meines Ex-Mannes. Sie müssen diese Dinge beantworten, nicht ich“, sagte sie. Ihr sei es gelungen, nach der Ehe mit Gates weiterzumachen. „Ich hoffe, dass es Gerechtigkeit für diese inzwischen erwachsenen Frauen gibt. Wir sehen sie in Washington, D.C., vor Mikrofonen stehen. Was sie durchgemacht haben, ist einfach unvorstellbar“.
Clintons müssen vor Kongress aussagen
Ihre Gefühlslage beschrieb sie mit den Worten: „Traurig. Einfach unbeschreibliche Traurigkeit. Unfassbare Traurigkeit… Es ist einfach nur Traurigkeit. Ich habe meine Ehe beendet. Ich musste meine Ehe beenden. Ich wollte meine Ehe beenden. Ich hatte das Gefühl, ich müsste die Stiftung irgendwann verlassen. Es ist einfach nur traurig. Das ist die Wahrheit“. Auch das Ehepaar Clinton hat unter dem Druck der Ereignisse nun doch widerwillig zugestimmt, über seine Beziehungen zu Epstein vor dem US-Kongress aussagen – nachdem dieser überparteilich mit einer Anklage wegen „Missachtung des Kongresses“ gedroht hatte. Seit sechs Monaten verweigerten die Clintons hartnäckig, den Vorladungen nachzukommen. Nun knickten sie ein und behaupten dreist, sie wollten „einen Präzedenzfall schaffen, der für alle gilt“. Es fällt auf, wie eng Epsteins Kontakte zu linken Politikern und Unternehmern waren, während bislang keine Vorwürfe gegen Donald Trump vorliegen, obwohl die Mainstream-Journaille danach giert, ihn zu Epsteins Komplizen und Pädophilen zu erklären.
Aber nicht nur in den USA, auch in Großbritannien zieht der Skandal immer weitere Kreise: Peter Mandelson, seit vier Jahrzehnten ein Urgestein der linken Labour-Partei, verlor wegen seiner Beziehungen zu Epstein nicht nur seinen Posten als britischer Botschafter in den USA; nachdem nun bekannt wurde, dass er Epstein bereits während seiner Zeit als Wirtschaftsminister geheime Informationen zukommen ließ und Geld von ihm erhielt, obwohl dieser bereits wegen Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden war, trat Mandelson aus der Labour-Partei aus und legte seinen Sitz im britischen Oberhaus nieder.
Europas Adel tief verstrickt?
Der ohnehin mehr als angeschlagene Labour-Premierminister Keir Starmer gerät ebenfalls immer mehr in die Defensive. Vor dem Parlament
musste er gestern einräumen, dass er von Mandelsons Beziehungen zu Epstein gewusst habe, wenn auch nicht von deren Ausmaß. „Er hat mein Team wiederholt belogen, als er zu seiner Beziehung zu Epstein vor und nach seiner Amtszeit als Botschafter befragt wurde“, so Starmer. Und weiter: „Ich bedauere, ihn ernannt zu haben. Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, wäre er nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen. Und deshalb hat der Kabinettssekretär gestern – mit meiner Unterstützung – die Entscheidung getroffen, das Material an die Polizei weiterzuleiten, und nun läuft eine strafrechtliche Untersuchung“. Dass der zu „Mr. Mountbatten-Windsor“ degradierte Prinz Andrew bis über die Ohren in Epsteins Machenschaften verstrickt war, ist lange bekannt. Auch die Beziehungen des britischen Milliardärs Richard Branson waren sehr viel enger als von diesem zunächst behauptet. In einer E-Mail hatte Branson Epstein aufgefordert, beim nächsten Treffen seinen „Harem“ mitzubringen.
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit führte eine vertrauensvolle Korrespondenz mit Epstein und selbst der Name Stephanie von Bismarck, Ex-Frau des ehemaligen CSU-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, taucht zweimal in den Epstein-Akten auf – allerdings nur, weil sie Kundin derselben Bank wie Epstein war. „Frau von Bismarck hat Herrn Epstein nie kennengelernt, hatte nie etwas mit ihm zu tun, weder privat noch geschäftlich“, ließ von Bismarck über ihren Anwalt klarstellen. Dieser sprach von einem „Schulbeispiel dafür, wie Rufmord entstehen kann. Erstmals tauchte die Falschbehauptung, Frau von Bismarck habe eine Kreditkarte von Herrn Epstein, im Netz auf. Wir werden daher auch rechtliche Schritte prüfen und ggf. Strafanzeige stellen“. Das ist der Punkt: Tatsächlich muss nicht jeder, der Epstein gekannt hat oder ihm einmal begegnet ist, etwas mit seinen infernalischen Verbrechen zu tun haben. Allerdings wussten alle von seiner Verurteilung wegen Sexualverbrechen, was für sie aber kein Grund war, den Kontakt abzubrechen. Auch ohne die nun wieder kursierenden Theorien über die zionistisch-satanistische Weltverschwörung, zeigt sich hier die grenzenlose Arroganz und Anmaßung von Eliten, die sich über dem Gesetz wähnten und meinten, ungestraft mit allem davon zu kommen. (TPL)























