Jacqueline Bernhardt (Bild: Steffen Prößdorf - Eigenes Werk; siehe Link; CC BY-SA 3.0 de)
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Linke Justizministerin befreit Sohn – Schulpflicht gilt nicht für Genossen

In Mecklenburg-Vorpommern hat Genossin Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Die Linke) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie ernst die vielbeschworene Gleichheit genommen wird, wenn es um die eigene Familie geht.

Am letzten Schultag vor den Winterferien ließ die Ministerin ihren Sohn per Antrag vom Unterricht befreien – nicht etwa wegen Krankheit, Trauerfall oder schwerwiegender Härte, sondern schlicht, um früher in den Familienurlaub zu starten. Günstigere Flüge? Besserer Flugplan? Für Normalbürger zählt das nicht als „dringender Ausnahmefall“. Für die Schulpflicht gilt in MV seit Jahren eine klare Linie: Vorzeitiger Urlaubsantritt ist kein wichtiger Grund. Genau das verhindern die strengen Regeln, damit nicht alle Eltern ihre Kinder ein paar Tage früher aus der Schule holen, um billiger wegzukommen.

Trotzdem genehmigte die Schule den Antrag – und Bernhardt trat die Reise an. Öffentlich wurde der Vorgang nur, weil sie selbst am BER wegen Eisregens strandete und genervt in ihrem WhatsApp-Status postete: „Totaler Stillstand! Flüge fallen aus!“ Ironie der Geschichte: Ausgerechnet dadurch flog der Fall auf.
Das eigene Bildungsministerium (ebenfalls in Linken-Hand, geführt von Simone Oldenburg) erteilte postwendend einen Rüffel – auch an die Ministerin-Kollegin: „Der Antrag hätte nicht genehmigt werden dürfen.“ Die Schulpflicht gelte „uneingeschränkt“, betonte ein Sprecher, „auch für Kinder von Regierungsmitgliedern“. Selbst aus der eigenen Partei hagelte es Kritik.

Bernhardt verteidigte sich lapidar: Der Antrag sei „ordnungsgemäß“ gestellt und genehmigt worden. Auf Nachfrage blieb sie schuldig, worin genau die „persönliche Härte“ bestand, die eine Ausnahme rechtfertigen würde. Im Sommer plane sie halt keinen gemeinsamen Urlaub – ein Argument, das jedem anderen Elternteil als Ausrede durchfiele.

Der Vorfall zeigt einmal mehr: Die Prediger von Gleichheit, Solidarität und strengen Regeln für alle halten sich selbst oft für ausgenommen, sobald es um den eigenen Nachwuchs geht. Animal Farm lässt grüßen: Alle Tiere sind gleich – manche aber sind gleicher. Gerade von linker Seite, die ständig mehr Staat, mehr Kontrolle, mehr Verbote fordert, wirkt diese Doppelmoral besonders plastisch. Für den kleinen Handwerker oder die Alleinerziehende gelten die Schulpflicht-Regeln eisern. Für die Genossin Ministerin offenbar nur „empfehlensweise“. Sozialistische Gleichheit? Nur solange sie andere trifft.

(SB)

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