Kein Ticket ohne ec-Karte? Genau in diese Richtung geht Thüringen, wo der digitalen Zahlungsverkehr und die Bargeldabschaffung im öffentlichen Personennahverkehr mit Siebenmeilenstiefeln voranschreiten, ungehindert und sogar mitbetreiben von der Thüringer Landesregierung und Dr. plag. Mario Vogt. In Bussen und Bahnen trifft diese Entwicklung vor allem vulnerable Gruppen wie Senioren, Kinder, Touristen und Menschen ohne Smartphones. Dagegen regt sich Widerstand – den als einzige im Landtag die AfD als größte Volkspartei ernstzunehmen scheint. Sie fordert nun in einem Antrag, dass der ÖPNV als Teil der Daseinsvorsorge für alle zugänglich bleiben müsse – ohne digitale Hürden.
Der Antrag fordert die Landesregierung auf, sich bundesweit für die Erhaltung der Barzahlung einzusetzen, gemäß den bundesrechtlichen Beförderungsbedingungen. In Thüringen soll sie bei Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern wirken, damit Barzahlung unkompliziert möglich bleibt – insbesondere im ländlichen Raum, wo Automaten oder Verkaufsstellen fehlen. Marcel Kramer, verkehrspolitischer Sprecher der AfD, betonte: „Bargeld ist kein Luxus, sondern Grundzugang!”
Diskriminieurng und Überwachung
Wer Barzahlung im ÖPNV abschaffe, sperre gerade Kinder, ältere Menschen und viele Bürger im ländlichen Raum aus. “Nahverkehr muss für alle funktionieren – nicht nur für diejenigen mit Smartphone, App und Karte“, so Kramer. Der Vorstoß sei selbstverständlich vor dem Hintergrund eines bundesweiten Trends zur Bargeldabschaffung im Nahverkehr zu sehen. Im Wartburgkreis ist man schon besonders weit – dort plant die Verkehrsgemeinschaft Wartburgregion (VUW), ab 2026 nur noch bargeldlos zu akzeptieren, was zu Protesten und unter anderem einer Petition auf openPetition.de führte.
In Berlin hat die BVG seit September 2024 Bargeld bereits in Bussen verboten, um “Prozesse zu beschleunigen” – stößt aber auf Kritik wegen Überwachung und Diskriminierung. Ähnlich in der Rhein-Neckar-Region: Die RNV schaffte dort die Barzahlung ab März 2025 ab, was ältere Fahrgäste seither massiv verunsichert. In Münster, Hamburg und Regensburg folgen ähnliche Maßnahmen, oft begründet mit Effizienz und geringem Bargeldanteil. Befürworter der Abschaffung argumentieren mit “schnellerem Einstieg”, “weniger Diebstahlrisiken” für Fahrer und Umweltschutz durch weniger Papier. Kritiker sehen jedoch eine schleichende Entmündigung – denn nur Bargeld ermöglicht eine anonyme, unabhängige Mobilität. (TPL)























