Da britische Regierungen über Jahre und sogar Jahrzehnte tatenlos zusahen, wie migrantische Grooming Gangs im ganzen Land Mädchen und junge Fraue zu Tausenden vergewaltigten und auf bestialische Weise missbrauchten, hat der unabhängige britische Abgeordnete Rupert Lowe mittels Crowdfunding eine eigene Untersuchung durchgeführt, in der die Opfer zu Wort kamen, um ihre Leiden zu schildern.
Am Freitag endeten die Anhörungen. Das Fazit, das Lowe zieht, ist erschütternd. Was die Frauen durchgemacht hätten, sei unbeschreiblich. Für ihn sei es eine Erfahrung gewesen, die sein Leben verändert habe. Niemals habe er für möglich gehalten, dass solch etwas Böses möglich sei. Nicht in Großbritannien. Er habe auch nicht verstanden, wie tief dieses Übel in der Gesellschaft verwurzelt sei. Polizei, Politiker, Ratsbeamte, das Gesundheitswesen, Sozialarbeiter, Kinderheime – es sei überall. Es sei „das pure Böse“, so Lowe. Als er diese Frauen und Männer getroffen und gehört habe, wie sehr sie von denen im Stich gelassen worden seien, die sie eigentlich beschützen sollten, habe sich seine Sichtweise für immer verändert. Zwar habe er gewusst, dass es schlimm sei, aber nicht, wie schlimm.
Nach Abschluss der Anhörungen beginne nun die nächste Phase. Man werde einen Bericht erstellen und dann versuchen, die Verantwortlichen hinter Gitter zu bringen. Es gibt noch viel mehr Zeugenaussagen und Beweise, die veröffentlicht werden müssten. Dies sei erst der Anfang. Politiker aller Parteien hätten diese Mädchen immer und immer wieder im Stich gelassen. Er habe nicht vor, sich dieser Liste anzuschließen, so Lowe weiter. Er glaube, „dass wir gemeinsam Großbritannien dazu bringen können, zu verstehen, was hier geschieht, und dann endlich etwas dagegen zu unternehmen“.
Labour-Partei tief verstrickt in die Vertuschung des Skandals
Dies scheint zumindest zweifelhaft. Denn bezeichnenderweise gab es zu diesem Themenkomplex in Großbritannien eine ähnlich unzulängliche “Aufarbeitung” oder juristische Aufklärung wie etwa in Deutschland zu Corona: Es existiert nach wie vor die Schweigespirale, die diese unfassbaren Verbrechen so lange überhaupt erst möglich machte. Nicht nur, aber auch und gerade die regierende Labour-Partei, vor allem der heutige Premierminister Keir Starmer und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, war – und ist – zutiefst in die Vertuschung verstrickt. Beide hatten eine Untersuchungskommission zu den Grooming Gangs immer wieder abgelehnt. Khan verweigerte neunmal die Aussage auf die Frage, wie viele der Banden es in London gibt. „Wenn ein Mann mit der Macht Sadiq Khans Grimassen schneidet und abfällige Bemerkungen macht, wenn er auf das Thema ‚Grooming Gangs‘ angesprochen wird, macht das den Tätern das Leben leicht“, sagte eines der Opfer.
Die weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften zeigten ebenfalls kein Interesse an einer Aufarbeitung, so dass die Opfer ihr Vertrauen in die britische Justiz vielfach verloren; privat initiierte Untersuchungen wie die von Lowe sind zwar aller Ehren wert, doch entfalten leider nicht die öffentliche Breitenwirkung und bleiben ohne Folgen. Das hintere, wie Lowe betont, viele Involvierte jedoch nicht, ihre Stimme gegen das erlittene Unrecht zu erheben. So hatte etwa John Wedger, ein Polizeibeamter im Ruhestand, seine Erlebnisse geschildert und bekannt, dass zahlreiche Polizisten, die sich zu dem Kindesmissbrauch äußern wollten, „gemobbt und vernichtet“ würden. Trotz vieler Drohungen sei er entschlossen, auf eigene Faust weiterzuermitteln. Über Khan sagte er: „Dieser Bürgermeister ist eine Bedrohung für die Sicherheit schutzbedürftiger Kinder jeder Ethnie und Klasse. Er ist gefährlich. Er ist der Esel, der die Löwen anführt, wenn es um Kindesmissbrauch geht.” Man kann nur hoffen, dass Lowes Bemühungen und die Entschlossenheit von Menschen wie Wedger zum Erfolg führen – und zumindest einige der Täter endlich im Gefängnis landen. (TPL)























