Regisseur Ilker Catak (l., hier mit Laudator Ulrich Matthes) (Foto:Imago)
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Unliebsame Töne zur Berlinale: Regisseur Ilker Çatak beklagt Einengung der Meinungsfreiheit in Deutschland

Der türkischstämmige Regisseur Ilker Çatak hat mit einem für seine Blase bemerkenswerten Mut auf die Einengung der Meinungsfreiheit in Deutschland aufmerksam gemacht. „Es gibt bestimmte Themen, da können Sie gar nicht so schnell schauen, wie Sie weg vom Fenster sind. Es gibt eine Engführung des Meinungskorridors“, sagte er im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Er bewirbt sich auf der Berlinale mit seinen neuen Film „Gelbe Briefe“, der im Wettbewerb  läuft. Darin geht es um die Repressalien, denen ein türkisches Künstlerpaar von seiten der türkischen Regierung ausgesetzt ist. Der Film solle „auch in Deutschland zur Reflexion“ anregen, so Çatak in einer eindeutigen Anspielung.

„Eine Message des Films ist auch: Wir in Deutschland fühlen uns wahnsinnig wohl, wenn wir die Zustände in anderen Ländern anprangern können.“ Der Blick nach innen fehle, meint er und fragt zu Recht: „Wie gehen wir damit um, dass es diese Verengung im Meinungskorridor gibt?“ Natürlich durfte dann die sofort nachgeschobene Bemerkung nicht fehlen: „Wie gehen wir damit um, wenn irgendwann eine AfD-Regierung die Kulturpolitik in der Hand hat? Das sind ernstzunehmende Gefahren, die auch hierzulande stattfinden“.

Geradezu revolutionäre Worte für die Blase der “Kulturschaffenden”

Immerhin greift Çatak das Thema Meinungsunterdrückung in Deutschland aber auf und weist auf die Oberlehrer-Attitüde hin, mit der andere Länder angeprangert werden, anstatt vor der eigenen Tür zu kehren. Für einen deutschen „Kulturschaffenden“ sind dies geradezu revolutionäre Worte. Normalerweise sondert man dort nur die immergleichen, offiziell erwünschten Banalitäten zu Klimaschutz, Befürwortung der Massenmigration, dem Vorwurf des „Genozids“ an Israel und natürlich vor allem dem Kampf gegen „Rechts“ ab.

Damit eckt man nirgends an und sichert sich mediales Wohlwollen und staatliche Fördergelder. Dass Çatak einmal ein wirkliches Problem zumindest andeutungsweise streift, verdient daher zumindest Beachtung, auch wenn sich am Komformismus in der am Staatstropf hängenden Kultur deshalb natürlich nichts ändern wird. (TPL)

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