„Die NATO ist nicht nur unser, sondern – liebe amerikanische Freunde – auch euer Wettbewerbsvorteil“, rief Bundeskanzler Friedrich Merz der US-Regierung am Freitag zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz zu. Dieses Gerede gehört seit Jahren zum Standardrepertoire deutscher und europäischer Politiker. Wie es tatsächlich um die militärische Schlagkräftigkeit des Bündnisses steht, zeigte ein Manöver in Estland, das bereits im Mai letzten Jahres stattfand, dessen desaströser Verlauf aber nun erst durch das „Wall Street Journal“ (WSJ) bekannt wurde.
Dabei gelang es zehn ukrainischen Soldaten, zwei NATO-Bataillone aus jeweils 600 bis 1.000 Soldaten nach Strich und Faden vorzuführen und deren Drohnen-Strategie in einem halben Tag lächerlich zu machen. Die NATO-Truppen „liefen einfach durch die Gegend, ohne irgendwelche Tarnung zu nutzen, stellten ihre Zelte und Fahrzeuge einfach ab“, berichtet ein Teilnehmer. Die Drohnen der Ukrainer spürten Fahrzeuge und Einheiten offenbar mühelos auf und griffen an, ohne dass den NATO-Truppen irgendeine Reaktion darauf eingefallen wäre.
Putin dürfte amüsiert sein
Der estnische Drohnen-Experte Aivar Hanniotti, der einen Teil der ukrainischen Truppen bei der Übung leitete, sagte: „Wir haben Fahrzeuge und mechanisierte Einheiten sehr einfach gefunden und konnten sie mit Drohnenschlägen schnell ausschalten. Es gab keine Chance, sich zu verstecken“. Rund 30 Drohnen seien auf einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern im Einsatz gewesen. Ein NATO-Kommandeur zog demnach das Fazit: „Wir sind am Arsch“.
In Russland dürfte man dies amüsiert zur Kenntnis nehmen, und auch in den USA wird man längst wissen, welchen angeblichen „Wettbewerbsvorteil“ die NATO ihnen bietet. Vermutlich reichen schon Verbände der freiwilligen Feuerwehr Moskau, um dieser Truppe ihre Grenzen aufzuzeigen. Dies dürfte insbesondere für die Truppenteile der Bundeswehr gelten. Diese findet nicht einmal Freiwillige für die mit Riesen-Getöse angekündigte Brigade in Litauen, von der der Eindruck vermittelt wurde, sie würde sich dem angeblich drohenden Russensturm auf NATO-Gebiet quasi im Alleingang entgegenwerfen. Bis 2027 sollte die Brigade mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. Gegenwärtig sind etwa 1.700 Bundeswehrangehörige in Litauen stationiert. Das ist also die Realität hinter dem Geschwätz von Merz und Co. Es ist die immergleiche Augenwischerei, mit der völlig skrupellos eine nicht existierende Kriegsgefahr herbeigelogen wird, gegen die man dann mit Truppen vorgehen will, die nicht annähernd einsatzfähig sind. (TPL)























