Foto: Sarah Konrad, Saarbrücker Zeitung
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Staatsschutz-Ermittlungen wegen islamkritischem Karnevalswagen

Weil eine Umzugsgruppe im Saarland die Islamisierung des Westens als düsteres Zukunftsszenario für Frauen und Mädchen skizziert hat, ermittelt jetzt der Staatsschutz. Genau das – die offene Kritik am jeweiligen Regime – ist das Wesen des Karnevals. Zuletzt versagt haben die Karnevalsvereine 1933 bis 1945.

Beim Rosenmontagsumzug im saarländischen Nonnweiler zog eine Fußgruppe mit Schildern durchs Dorf: „Was steht unseren Mädchen noch bevor?“ Antwort: „Kalifat, Scharia, Burka, Zwangsehe, Nikab, Kinderehe“. Klare Warnung vor Islamisierung und Frauenunterdrückung – klassischer Karneval. Jedoch: Der Staatsschutz ermittelt wegen möglicher Hassrede oder Volksverhetzung.

„Wir haben durch den SZ-Artikel von dieser Umzugsgruppe in Nonnweiler erfahren. Der Staatsschutz, der generell für solche Bewertungen extremistischer Art zuständig ist, schaut sich nun an, ob das Ganze unter der Meinungsfreiheit abgedeckt ist, oder ob da ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt im Raum stehen könnte.“ Die Prüfung werde voraussichtlich ein paar Tage dauern, lässt der Sprecher des Staatsschutzes der Landespolizeidirektion wissen.

Auch die Karnevalsgesellschaft, der Veranstalter des Umzugs, distanzierte sich devot: „Als Verein ist uns die Meinungsfreiheit vor allem in der Zeit der Faasend sehr wichtig. Wir distanzieren uns jedoch von der Meinung des Umzugswagens und möchten betonen, dass es die Meinung der jeweiligen Gruppe war.“ Als Verein stehe man für – blablalbla – Offenheit, Gleichberechtigung und Toleranz.

Gleichzeitig darf man – und das ist gut so – die katholische Kirche seit Jahrzehnten ungestraft in den Dreck ziehen. In Köln ein Wagen mit Priester und Messdiener im Beichtstuhl, Aufschrift „Jesus liebt dich“ – offene Anspielung auf Missbrauchsskandale. Staatsschutz? Kein Stück. Keine Ermittlungen, keine Anzeigenprüfung. Jacques Tilly – jedes Jahr kommt von ihm die immer gleiche Suppe: Anti-Putin, Anti-Trump, Anti-AfD – baut seit Jahren Wagen auch gegen Kirche, Papst, Katholizismus. Staatsschutz? Fehlanzeige.

Die Doppelmoral ist ekelhaft offensichtlich: Christentum ist Freiwild. Man darf es verspotten, beleidigen, karikieren – das gilt als mutige Satire. Beim Islam hingegen reicht eine Liste real existierender Praktiken (Kinderehe, Zwangsheirat, Burka-Zwang in manchen Ländern), und schon springt der Staatsschutz an. Das ist kein Zufall, das ist Staatsräson 2026: Kritik am Islam ist gefährlich, Kritik am Christentum harmlos.

Karneval, die letzte Bastion der derben Freiheit, wird kastriert.

Gerd Buurmann erklärt das Wesen des Karnevals auf X:

(SB)

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