Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß hat wieder einmal gemeint, die Domäne des Fußballs verlassen und sich bei „Bild“ als Kommentator von Innen- und Außenpolitik aufspielen zu müssen. Dabei kam dann das mittlerweile sattsam bekannte, uninformierte Gepolter gegen die AfD, Donald Trump et cetera heraus. Die Frage, ob es sein „größter Alptraum“ wäre, in einem Land zu leben, in dem die AfD regiert?, beantwortete er mit einem klaren Ja und erklärte, in diesem Fall wäre ein Umzug in die Schweiz eine Alternative. Bereits vor einem Jahr hatte er verkündet: „Würde einer unserer Spieler plötzlich Werbung für die AfD machen, würde ich allerdings mit ihm reden und ihn fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat“. Dass sich dies ohnehin kein Spieler trauen würde, wenn er nicht die totale Vernichtung seines Rufes und sogar seiner Gesundheit riskieren will, scheint ihm gar nicht klar zu sein.
Selbst die Trauerfeier von Franz Beckenbauer hatte er 2024 zu einer Attacke gegen die AfD missbraucht. Später sagte er dazu: „Ich habe mir das lange nicht bewusst gemacht. Aber seitdem die AfD eine immer größere Rolle spielt, wird mir das immer bewusster.“ Er schaue abends auch Dokumentationen auf Nachrichtensendern, „hin und wieder auch über die Nazizeit: über Auschwitz, über Birkenau. Da bin ich jedes Mal so aufgewühlt und denke mir: Mensch Meier! Wenn unser Land auch nur annähernd wieder in so eine Richtung geht – das darf niemals sein!“ Hoeneß sang auch ein Loblied auf Bundeskanzler Friedrich Merz: Dieser habe es geschafft, „die katastrophale Außendarstellung Deutschlands der letzten vier Jahre zu drehen“. Deutschland trete jetzt wieder wie eine Führungskraft in Europa auf und zeige Verantwortung. Das habe Merz „mit seiner beeindruckenden Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz nachdrücklich unter Beweis gestellt“. Man werfe Merz vor, dass er zu wenig Zeit habe, um die innenpolitischen Probleme anzugehen – aber er könne ja nicht alles auf einmal machen.
Voll hinter Merz – und Hetze statt Fußball
Das Amt, das er übernommen habe, sei in einem katastrophalen Zustand, er habe es „in die richtige Richtung verändert“, meint Hoeneß. „Ich hoffe sehr, und da müssen wir alle hoffen, dass diese Koalition hält. Denn wenn sie nicht hält – und das müssen alle Schlaumeier wissen, die gerade so ganz besonders kritisch sind, dann ist die AfD da. Aber richtig“, sagte er weiter. In Wahrheit war die Merz-Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die ihn so beeindruckt hat, nur das übliche großmäulige Schwadronieren an der Realität vorbei. Beim drei Jahre älteren Hoeneß, der nach eigenem Bekunden noch nie eine SMS geschrieben, keine eigene E-Mail-Adresse hat und 2019 erklärte, noch nie ins Internet geschaut zu haben, verfängt dieses Geschwätz aber offensichtlich, da er die Zeichen der Zeit genauso wenig erkennt wie sein Kanzler. Natürlich stimmte er auch in dessen Forderung ein, dass die Deutschen viel mehr arbeiten müssten.
Und über Donald Trump will Hoeneß gar nicht erst reden. „Nur so viel: Wenn es wirklich Trumps Ziel ist, sich eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, müssen die Amerikaner sehr aufpassen, dass aus ihrer Demokratie keine Diktatur wird“, verkündete er. Die Amerikaner brauchen jedoch -ausgerechnet aus Deutschland-, garantiert keine Belehrungen in Sachen Demokratie oder zu irgendwelchen Themen. Ironischerweise warf er FIFA-Chef Gianni Infantino vor, Trump einen Friedenspreis verliehen zu haben und erklärte, er erwarte von ihm, „dass er den Fußball immer in den Vordergrund stellt und alles andere zweitrangig behandelt“. Diesen Rat würde er besser selbst beherzigen, denn mit der Welt von heute ist er ganz offenkundig heillos überfordert.























