Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gerät wegen der Nutzung ihres Dienstwagens bei einem privaten VIP-Gipfel in Tirol immer mehr in die Kritik. Nach Darstellungen des “Spiegel“, der hier ausnahmsweise einmal einen seltenen Fall von investigativen Journalismus gezeigt und den Skandal aufgedeckt hatte, soll Reiche ihren Chauffeur am 2. und 3. Oktober 2025 insgesamt rund 1.300 Kilometer leer fahren lassen haben, um den Dienstwagen am Veranstaltungsort nutzen zu können – obwohl sie selbst per Flugzeug anreiste.
Konkret fuhr der Wagen zunächst etwa 600 km von Berlin nach München, wo Reiche einen dienstlichen Termin hatte. Danach ging es ohne sie weiter über die Grenze nach Seefeld in Tirol zur Veranstaltung „Moving Mountains“, die Anfang Oktober stattfand – ein exklusives Treffen mit prominenten Gästen aus Politik und Wirtschaft. Für die dann eigentliche rein private Nutzung vor Ort – u. a. kurze Fahrten, denn nur insgesamt rund 31 Kilometer wurden als „Dienstanteil“ deklariert) – und die Rückfahrt nach Berlin legte der leere Dienstwagen die lange Strecke von über 1.300 Kilometern zurück.
“Keine Kosten für den Steuerzahler”
Ihr Ministerium verteidigte das Vorgehen: “Ministerinnen und Minister” dürften den Dienstwagen auch privat nutzen; der geldwerte Vorteil werde außerdem “pauschal versteuert”. Man habe den Wagen nach dem München-Termin „privat genutzt“. interessant neben der Frage, wieso Klima- und “Nachhaltigkeits”-Aspekte hier überhaupt keine Rolle zu spielen scheinen, war jedoch der Umstand, dass Reiche selbst zuvor im Wirtschaftsausschuss beteuert hatte, die Tirol-Reise verursache keine Kosten für den Steuerzahler.
Ausgerechnet die “Grünen”, die als Partei der Vielflieger und Klima-Heuchler selbst für zahlreiche Skandale sorgte, echauffiert sich hier: Ihr Abgeordneter Julian Joswig sprach von absurdem Verhalten – ein leerer Dienstwagen quer durch die Republik, nur damit die Ministerin sich am Wochenende chauffieren lassen könne, gehe nicht an. Inhaltlich hat Joswig eingeschränkt recht. Reiche gerät zu Recht wegen dieser neuerlichen selbstherrlichen Steuerverschwendung unter Druck. (TPL)























