Jeder, wirklich jeder wäre eher berufen, bei diesem Thema eine dicke Lippe zu riskieren als die Union im Allgemeinen und Spahn im Besonderen. Die Merz-Partei, die mit ihrer Billionen-Neuverschuldung vor elf Monaten – erkauft durch Zugeständnisse an grünen Klima-Irrsinn und totale Unterwerfung gegenüber linker Politik – einen historisch beispiellosen finanzpolitischen Putsch veranstaltete und die monströseste Steuergeldsvernichtungs- und Veruntreuungspolitik der BRD-Geschichte einläutete, sorgt sich auf einmal um das Vaterland und seine Steuerzahler. Ein Hohn.
Die Union als unverschämte Selbstbedienungsorganisation
Doch dieser Verfassungsbruch mit Hilfe eines bereits abgewählten Parlaments und der anschließenden, nach früher in der Bundesrepublik noch geltenden Maßstäben eindeutig an den Tatbestand des schweren Landesverrats heranreichenden Zweckentfremdung von rund der Hälfte dieses “Sondervermögens“ zum Stopfen laufender Haushaltslöcher und Konsumausgaben durch die Merz-Regierung (und damit also dem genauen Gegenteil dessen, wofür sie angeblich gedacht waren, vor allem “Investitionen in die Infrastruktur”!), ist nur ein Beispiel für die Verlogenheit von Spahns Vorwürfen. Diese fallen auch moralisch auf ihn selbst zurück: Tatsächlich nämlich ist die Union auch auf Mandatsträger- und Regierungsebene, wo immer sie regiert, wieder und wieder als zwielichtig und unverschämt agierende Selbstbedienungsorganisation in Erscheinung getreten, die den Staat als Beute und das Steuersäckel als Futtertrog betrachtet.
So sind vor allem in den letzten Jahren in der deutschen Politik immer wieder Fälle bekannt geworden, in denen offene Korruption oder zumindest hochproblematische Lobbyismus-Vorwürfe durch und im Umfeld von Unionspolitikern ans Licht kamen. 2019 war Ursula von der Leyen von der CDU in die Berateraffäre im Verteidigungsministerium verwickelt, wobei ihr Vetternwirtschaft vorgeworfen wurde – weshalb sie von Merkel nach Brüssel entsorgt wurde, wo sie bald mit ähnlichen Gebaren und Fällen von mutmaßlichem Nepotismus und Spezi-Begünstigung auffiel, und dann bei Corona, mit ihren selbstherrlichen Impfstoff-Großaufträgen an Pfizer im elfstelligen Bereich, geradezu mafiöse Machenschaften an den Tag legte, die bis heute Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen sind.
Chronik der Abgründe
Vor allem aber bei Corona fielen dann alle Hemmungen – nicht nur bei Spahn; Armin Laschet von der CDU wurde Vetternwirtschaft bei einem Maskendeal angelastet, Alfred Sauter von der CSU war in einen Maskendeal über 1,2 Millionen Euro verwickelt, Nikolas Löbel von der CDU in einen Maskendeal über 250.000 Euro und Georg Nüßlein von der CSU in einen über 660.000 Euro. Mark Hauptmann von der CDU geriet gleichzeitig in die Aserbaidschan-Affäre und einen Maskendeal über 7.000 Euro. Joachim Pfeiffer von der CDU wurde mit der Aserbaidschan-Affäre sowie einer Berateraffäre in Verbindung gebracht, Axel Fischer von der CDU mit der Aserbaidschan-Affäre und dem Vorwurf einer Briefkastenfirma. Eduard Lintner von der CSU soll im Rahmen der Aserbaidschan-Affäre sogar vier Millionen Euro erhalten haben.
Spahns Masken-Machenschaften waren die Krönung
Franz Rieger von der CSU stand unter dem Verdacht der Erpressung und Steuerhinterziehung, Tobias Zech von der CSU wurde eine Berateraffäre vorgeworfen und Karl Straub von der CSU Betrug sowie Steuerhinterziehung. Hans J. Irmer von der CDU soll einen Maskendeal über einen privaten Shop abgewickelt haben, während Monika Hohlmeier und Andrea Tandler, beide von der CSU, im Zusammenhang mit dem Maskenskandal ins Visier der Staatsanwaltschaft gerieten und Tandler später sogar verurteilt wurde. Hinzukommen dürften zahllose weitere, subalterne Mitverdiener und Parteikader, die sich unter dem Radar der bundesdeutschen Öffentlichkeit auf lokaler Ebene, sozusagen am Ende der Nahrungskette, ebenfalls schadlos hielten.























