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Streaming hat jetzt das klassische Fernsehen überholt

Das Sehverhalten in Deutschland hat einen historischen Wendepunkt erreicht. Zum ersten Mal greifen mehr Menschen zu Streamingdiensten und Online-TV als zum klassischen Fernsehanschluss. Das liegt nicht nur allein an den neuen Inhalten, sondern hat auch mit einer handfesten regulatorischen Änderung zu tun.

Streaming übernimmt erstmals die Führung

Über Jahrzehnte hinweg war das Zentrum des Medienkonsums der Fernseher mit Kabel-, Satelliten- oder Antennenanschluss. Nun beginnt sich das Bild aber grundlegend zu verändern. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass internetbasierte Angebote wie Video-Apps, Mediatheken sowie auch Streamingplattformen erstmals häufiger als klassisches Fernsehen genutzt werden. Dadurch wurde ein symbolischer Moment erreicht, der deutlich macht, wie stark der strukturelle Wandel der Medienlandschaft geworden ist.

Sieht man sich die repräsentative Erhebung des Digitalverbands Bitkom an, so zeigt sich, dass der Anteil der Menschen ab 16 Jahren, die zumindest gelegentlich traditionelles Fernsehen empfangen, deutlich gesunken ist. Innerhalb eines Jahres ist der Wert spürbar zurückgegangen. Parallel dazu hat die Nutzung von Streamingangeboten weiter zugenommen und erstmals das lineare Fernsehen überholt.

Streaming ist letztlich normal geworden. Auch im Bereich Glücksspiel wird heutzutage schon gestreamt. Viele Online Casinos werben damit, dass sie ein eigenes Live Casino Angebot haben, sodass man dem Dealer beim Karten ausgeben beobachten kann. Die besten Casinos ohne die 5 Sekunden Regel im Test punkten allesamt mit einem Live Casino Angebot. Achtung: Live Casino gibt es nur bei Anbietern ohne deutsche Lizenz, weil der Glücksspielstaatsvertrag das Live Angebot untersagt.

Neue Zahlen belegen den Umbruch

Die Umfrage zeigt auch, dass der klassische TV-Konsum innerhalb eines Jahres einen merklichen Rückgang erlebt hat. Während zuvor noch ein Großteil der Bevölkerung regelmäßig über Kabel, Satellit oder Antenne ferngesehen hat, hat sich dieses Nutzungsverhalten aber spürbar verändert. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die Filme, Serien oder Fernsehsendungen über das Internet abrufen, weiter angestiegen.

Damit liegt das Streaming nun erstmals vor dem klassischen Fernsehen. Dieser Vorsprung mag zahlenmäßig zwar gering erscheinen, ist aber von großer Bedeutung. Er markiert einen Wendepunkt, an dem digitale Angebote endgültig zur dominierenden Form des Bewegtbildkonsums geworden sind.

Der Siegeszug des Streamings hat allerdings nicht nur mit der wachsenden Attraktivität von Plattformen wie Netflix, YouTube oder den Mediatheken der Sender zu tun. Der entscheidende Auslöser liegt hier im Mietrecht. Seit dem letzten Jahr dürfen die Kosten für den Kabelanschluss nämlich nicht mehr pauschal über die Nebenkosten auf Mieter umgelegt werden.

Viele Haushalte kündigten daher in weiterer Folge ihren Kabelanschluss und stiegen auf Alternativen um. Davon profitieren vor allem Anbieter, die Fernsehen über das Internet bereitstellen. Dienste wie Zattoo, waipu.tv oder MagentaTV konnten in diesem Zuge viele neue Nutzer gewinnen, da sie lineare Programme ohne klassischen Kabelanschluss zur Verfügung stellen.

Sehgewohnheiten im Wandel

Trotz des Streaming-Booms zeigt sich das Publikum aber keineswegs homogen. Ein großer Teil der Nutzer bevorzugt es, wenn Inhalte zeitlich flexibel abgerufen werden können. Das sogenannte On Demand-Sehen erlaubt es nämlich, Serien, Filme oder Shows dann zu konsumieren, wenn es in den eigenen Tagesablauf passt.

Traditionelle Gewohnheiten halten sich aber gleichzeitig überraschend stabil. Ein beachtlicher Anteil der Zuschauer sieht sich Inhalte weiterhin zu festen Sendezeiten an. Viele kombinieren beide Modelle und wechseln dann je nach Anlass zwischen Live Programm und Abrufangeboten. „On Demand hat enorme Popularität, doch lineares Fernsehen ist kein Auslaufmodell. Die Angebote verschmelzen immer mehr“, so Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May.

Tatsächlich nähern sich die Welten zunehmend an. Während klassische Fernsehsender ihre Mediatheken kontinuierlich ausbauen, integrieren Streamingdienste vermehrt lineare Kanäle oder Live-Inhalte.

Hardwaremarkt bleibt hinter dem Trend zurück

Während die Streamingplattformen weiter wachsen, entwickelt sich der Markt für klassische Unterhaltungselektronik aber deutlich verhaltener. Der Absatz neuer Fernsehgeräte kommt nur sehr schleppend voran. Nach der aktuellen Bitkom Studie sind die Umsätze mit TV-Geräten in diesem Jahr spürbar gesunken. Auch der Verkauf von Audiogeräten ist deutlich zurückgegangen.

Der Gesamtmarkt für die Unterhaltungselektronik ist dennoch vergleichsweise stabil geblieben. Rückgänge bei Fernsehern und Audiosystemen konnten nämlich durch andere Segmente teilweise kompensiert werden. Besonders Spielekonsolen verzeichnen kräftige Zuwächse und tragen sehr wohl dazu bei, dass der Gesamtumsatz nur leicht unter dem Vorjahresniveau liegt.

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