Eine aktuelle INSA-Umfrage, exklusiv für die B.Z. veröffentlicht am Mittwoch, zeigt eine deutliche Verschiebung im Berliner Parteienspektrum. Die AfD erreicht ihren bisher höchsten Wert in der Hauptstadt und wird erstmals zweitstärkste Kraft – hinter der CDU.
Die AfD erreicht mit 17 % ihren bisher höchsten Wert in der Hauptstadt und wird erstmals zweitstärkste Kraft – hinter der CDU mit 22 %. SPD kommt auf 16 %, Grüne und Linke je 15 %, FDP und BSW je 4 %. Die Erhebung basiert auf Befragungen vom 17. bis 24. Februar bei 1.000 Personen (Fehlertoleranz ca. ±3 Prozentpunkte).
Dieses Ergebnis unterstreicht den anhaltenden Vertrauensverlust in die etablierten Parteien. Die CDU unter Regierendem Bürgermeister Kai Wegner verliert seit der Wahl 2023 (damals 28,2 %) massiv an Rückhalt und erreicht mit SPD zusammen nur 38 % – keine eigene Mehrheit. Eine Rot-Rot-Grün-Koalition (SPD, Grüne, Linke) käme rechnerisch auf 46 % und hätte damit eine stabile Basis. Wegner schließt Koalitionen mit Linken und AfD aus, was die Handlungsoptionen weiter einschränkt.
Der Zuwachs der AfD spiegelt reale Unzufriedenheit wider: anhaltend hohe Mieten, steigende Kriminalität in vielen Bezirken, Verkehrschaos durch ideologische Verkehrspolitik und wirtschaftliche Belastungen durch Energiepreise und Bürokratie. Viele Berliner suchen eine Alternative zu den bisherigen Ansätzen. Die AfD positioniert sich klar: konsequente Kontrolle der Zuwanderung, Priorisierung innerer Sicherheit, Entlastung von Mittelstand und Familien sowie Ablehnung überhöhter Klimaziele auf Kosten der Lebenshaltungskosten.
INSA-Chef Hermann Binkert kommentiert: „Es ist völlig offen, welche der drei Parteien links der Mitte am Wahltag vorn liegt.“ Für FDP und BSW sieht er noch Chancen auf den Einzug. Dennoch bleibt die Dynamik spannend: Die CDU könnte durch Mobilisierung unentschlossener Wähler (ca. 16 % Potenzial) zulegen, doch ohne klare Abgrenzung nach links riskiert sie weitere Verluste.
Bis zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 sind es noch gut sieben Monate. Die Umfrage ist eine Momentaufnahme, aber ein klares Signal: Die Berliner fordern Veränderung. Die AfD hat sich als relevante Kraft etabliert und kann nur durch konsequente Politik für Sicherheit, Wirtschaft und Bürgerinteressen weiter wachsen. Das Establishment mag Allianzen gegen uns schmieden – das Volk entscheidet letztlich. Für ein Berlin, das wieder funktioniert und lebenswert ist.
(SB)























