Epstein (Bild: FBI)
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Vorzeitige Epstein-Todesmeldung: Neue Ungereimtheiten

Der angebliche Selbstmord des Sexualverbrechers und Menschenhändlers Jeffrey Epstein am 10. August 2019 wurde von Anfang an bezweifelt. Aus den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten des US-Justizministeriums geht nun hervor, dass das FBI sich erfolglos darum bemühte, die Person ausfindig zu machen, die einen Post auf der Plattform „4chan“ absetzte, in dem als erstes öffentlich über Epsteins Tod berichtet wurde. „Fragt mich nicht, woher ich das weiß, aber Epstein ist vor einer Stunde gestorben – durch Erhängen, Herzstillstand. Macht einen Screenshot davon“, schrieb der anonyme Nutzer um 8.16 Uhr an Epsteins Todestag, 38 Minuten, bevor der ABC-Journalist Aaron Katersky die Nachricht über Twitter vermeldete, was bislang als die erste Todesmeldung galt.

Das Justizministerium zwang 4chan vier Tage später, die IP-Adressen des Nutzers herauszugeben. Dennoch konnte man ihn nicht ausfindig machen, da er eine „eine dynamische IP“ genutzt habe, wie die Behörden von Manhattan mitteilten. Insgesamt setzte er vier Posts ab. Auf Fragen anderer Nutzer entgegnete er, Epsteins Körper sei intubiert worden, man habe ihm Flüssigkeit infundiert und ihn in eine Notaufnahme im Süden Manhattans gebracht.

Gerüchte erhalten neuen Auftrieb

Außerdem spekulierte er in einem später gelöschten Post, jemand könne Epsteins Leiche ausgetauscht haben, wofür er auf einen mysteriösen Lieferwagen verwies, der in der Nacht zuvor gesehen worden sei. Auch Epstein selbst nutzte „4chan“ und kannte Christopher Poole, den Gründer der Plattform. Dieser erklärte, Epstein einmal zum Mittagessen getroffen zu haben, bereue, „ihm jemals begegnet zu sein“ und empfinde „tiefe Anteilnahme für all seine Opfer“.

Die Gerüchte über Epsteins Tod erhalten dadurch neue Nahrung. Die Epstein-Akten zeigen auch, dass ein Schreiben der Bundesstaatsanwaltschaft des Southern District of New York den Tod im Bundesgefängnis Manhattan Correctional Center am 9. August 2019 vermeldete. Nach offizieller Darstellung wurde er jedoch erst am frühen Morgen des folgenden Tages tot in seiner Zelle aufgefunden. Der erfahrene Pathologe Michael Baden, der als Beobachter bei Epsteins Obduktion anwesend war, erklärte, seiner Meinung nach sei sein Tod „höchstwahrscheinlich durch Strangulation und nicht durch Erhängen verursacht“ worden. Angesichts der vorliegenden Informationen seien weitere Untersuchungen gerechtfertigt, erklärte er weiter. Er sei sich damals mit dem Gerichtsmediziner einig gewesen, dass „weitere Informationen benötigt wurden, um die Todesursache und die Todesumstände zu ermitteln“. Die Debatte über die Todesumstände Epsteins hält also weiter an. (TPL)

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