Die AfD-Spitze positioniert sich beim Thema Iran leider komplett im Abseits... (Foto:CollageJouwatch)
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Iran-Verirrungen der AfD: Der kühne Schlag gegen das Mullah-Regime erzeugt Querfront in der linken und rechten Blase

von Peter Backfisch

Die großartige militärische Operation der israelischen/US-amerikanischen Allianz ist ein großer Erfolg im Bemühen eines Befriedens des gesamten Nahen Ostens. Das ganze leidgeprüfte Volk im Iran ist erleichtert und lässt seiner Freude nun freien Lauf. Die Menschen tanzen auf den Straßen, in vielen Städten des Irans und hoffen auf das schnelle Ende des noch herrschenden menschenverachtenden Systems. Doch leider ist es nicht so, dass dieser eindeutige zivilisatorische Fortschritt überall Zustimmung findet. So ziehen bekannte woke Aktivisten in den Vereinigten Staaten, in Europa und wieder mal besonders in Deutschland ihre so sehr geliebte Anti-Kriegs Karte. Wie heute bekannt wurde, kritisiert dabei Kamila Harris von den US-Demokraten die Operation gegen das Mullah-Regime. In wenigen Tagen beginnen die Vorwahlen für die Senatswahlen in Texas, wovon sie sich anhaltenden Erfolg verspricht.

Wie schon bei der letzten US-Präsidentenwahl in 2024 stellt sich dabei wieder mal das gesamte deutsche Parteienspektrum des deutschen Bundestages, einschließlich die AfD, auf die selbe falsche Seite, die Harris & Co. vertreten. So erklärten heute Frau Weidel und Herr Crupalla ihre „Sorge zum Angriff Israels und der USA auf den Iran“ und „Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse“. Kein Wort zum Iranischen Atomprogramm, zum Abschlachten der protestierenden Bevölkerung in Teheran im Januar dieses Jahres. Man hat den Eindruck, die beiden leiden unter großer Begriffsverwirrung.

Judenhass und antiamerikanische Verschwörungserzählungen

Wer hat denn den gesamten Nahen Osten jahrzehntelang destabilisiert, islamische Mörderbanden gefördert und unterstützt und diese aufgefordert, Israel mit Raketen und Terror zu überziehen? Wer hat den den islamistischen Terror weltweit finanziert und gefördert? Man kann nur hoffen, dass derartige Positionen von der Basis der Partei zurückgewiesen werden. Der andere, mehr verschwörungspolitische Teil von rechts argumentiert dabei sogar noch menschenfeindlicher – und lässt dabei alle Masken seines Judenhasses fallen, der unentwegt weiter „From the River tot he sea“ fordert. Genossin Sarah Wagenknecht stimmt natürlich gleich mit ein und fordert das Verbot der Nutzung der US-Militärbasen in Deutschland. Von ihr konnte man schon vorher nichts anderes erwarten, aber es zeigt sich dabei, dass es in dieser Frage ein tiefgehendes Potential zu einer Querfront zwischen linker und rechter Verschwörungsrhetorik gibt. Wer hätte das gedacht?

Interessanterweise hat sich unser Bundespräsident, ein bekannter Freund des Mullah-Regimes, bisher noch gar nicht geäußert. Und u nennen sind da noch die ganzen BRICS-Jünger, die bekanntlich den Iran immer als Frontstaat gegen die ungerechte hegemoniale US-Weltherrschaft gesehen haben und nach wie vor an das Märchen glauben, dass diese BRICS-Staaten demnächst dessen Sturz betreiben werden. Wie man sieht, ist das genaue Gegenteil der Fall! Man beruft sich dabei zum wiederholten Male auf den Staatsrechtler Carl Schmitt indem man vom Interventionsverbot für raumfremde Mächte predigt. Bei allen, die sich damit näher auskennen, muss hier zwangsläufige Fremdscham aufkommen (Carl Schmitts Theorien, in den 1930er Jahren formuliert und nach 1945 nochmals konkretisiert, bezogen sich auf völlig andere geopolitische Begebenheiten). Wenn denn der Iran endlich “mullah-frei” ist, werden sich derartige Luftschlösser eh erledigt haben. Und das ist ein Grund zu sagen: Da kommt doch Freude auf!

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