Sahra Wagenknecht schafft es auch im derzeitigen Iran-Konflikt wieder, sich wie immer auf die garantiert falsche Seite der Geschichte zu stellen. Am Montag trat sie in Stuttgart auf. Anstatt sich in ihrer Wahlkampfrede auf die Landespolitik zu konzentrieren, dass in den letzten Jahren von der grünen Landesregierung in Grund und Boden regiert wurde, ließ sie sich über die Militäranschläge der USA und Israels auf das Mullah-Regime aus. Dabei fiel ihr nichts Besseres ein, als das Gefasel vom „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“. Bomben seien „das Allerletzte, was Freiheit und Demokratie befördern“, verkündete sie. Den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete sie als „Kriegsverbrecher“, die Tötung des tyrannischen Ober-Mullahs Ali Chamenei nannte sie einen gefährlichen Tabubruch. Es dürfe nicht „normal“ werden, unliebsame politische Führungspersonen „mal eben umzubringen“. Wer so handle, treibe andere Staaten geradezu in die Arme der Atomwaffe.
Dass Chamenei es völlig normal fand, sein eigenes Volk abschlachten zu lassen, wenn es gegen seine theokratische Diktatur aufbegehrte; dass er der größte Unterstützer des internationalen Terrors war und Mörderbanden wie Hamas und Hisbollah unterstützte – das alles blendet Wagenknecht einfach aus. Bei ihrem Anhang stieß sie damit jedoch auf Resonanz. Schon die bloße Erwähnung Israels löste vereinzelte „Pfui“-Rufe im Publikum aus.
Ignoranz der jahrelangen Destabilisierung
Wagenknecht weiß, wie man die linken, antiwestlichen Reflexe bedient, die sie allerdings auch weitgehend teilt. Neben vielen richtigen Dingen, die sie sagt, fällt sie immer wieder in solche verqueren Relativierungen von Terror und Islamismus zurück. Und leider schafft es auch die AfD nicht, hier die richtige Position einzunehmen. Den beiden Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla fielen am Samstag nur Phrasen ein wie: „Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf“, das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssten „uneingeschränkt eingehalten werden“ und die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liege nicht im deutschen Interesse und müsse beendet werden.
Dass vor allem die Mullahs für diese Destabilisierung verantwortlich sind, ignoriert man einfach. Die AfD bekämpft den Einzug des Islamismus in Deutschland, findet es aber falsch, das stärkste und gefährlichste islamistische Regime der Welt zu stürzen. Bei Wagenknecht ist in dieser Beziehung keine Rückkehr zur Vernunft zu erwarten, der AfD kann nur wünschen, dass sie noch gelingt, bevor man sich hier völlig vergalloppiert. (TPL)























