Vor dem Hamburger Landgericht hat nun endlich der Prozess von Ex-Corona-Papst Christian Drosten gegen den Physikprofessor Roland Wiesendanger begonnen. Drosten hatte gegen Wiesendanger auf Unterlassung von Aussagen geklagt, die dieser in einem Interview im „Cicero“ 2022 getätigt hatte. Im Eilverfahren war es ihm gelungen, drei der Äußerungen verbieten zu lassen, im Hauptsacheverfahren geht es nun um zwei weitere, in denen Wiesendanger ihm vorwirft, die Öffentlichkeit gezielt getäuscht zu haben und dass die Bewegung ,,Scientists for Science“, zu deren Mitbegründern Drosten zählt, zum Ziel gehabt habe, die virologische Forschung frei von Beschränkungen zu halten. Der Prozessbeginn war zuvor viermal (!) verschoben worden, wobei sich der Eindruck aufdrängte, dass er vom Hamburger Landgericht regelrecht verschleppt wurde. Auch nachdem er nun begonnen hat, zeigt man dort wenig Interesse an einer Aufklärung.
Wiesendanger wurde kaum Gelegenheit gegeben, die Gründe für seine Kritik an Drosten darzulegen. Die Kammer machte klar, dass sie der Argumentation des Hanseatischen Oberlandesgerichts im Eilverfahren 2022 folgen werde. Damit ist ausgeschlossen, dass die seit damals hinzugekommen Erkenntnisse und Beweise für die Fundiertheit von Wiesendangers Aussagen berücksichtigt werden. Auch Zeugen wurden nicht zugelassen. Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist ungewöhnlich hoch, die 70 bis 80 Besucher fanden jedoch kaum Platz im Saal, in dem ohnehin nur 50 Personen Platz haben, von denen aber etwa 20 an Studenten und Praktikanten und weitere zehn bis 15 an Pressevertreter vergeben wurden.
Eindeutige Hinweise auf Laborursprung
Im Kern geht es bei Wiesendangers Vorwürfen darum, dass Drosten gegenüber der Öffentlichkeit vehement und unerbittlich darauf bestand, dass das Corona-Virus einen natürlichen Ursprung hatte und keineswegs im Labor im chinesischen Wuhan im Rahmen der Gain-of-function-Forschung herangezüchtet wurde. Dabei geht aus einer Telefonkonferenz mehrerer Virologen vom 1. Februar 2020, an der neben Drosten unter anderem auch Anthony Fauci, der damals höchste Gesundheitsbeamte der USA teilnahm, hervor, dass man sehr wohl plausible, wenn nicht eindeutige Hinweise auf einen Laborursprung hatte. Dennoch erschien in der Medizin-Zeitschrift „The Lancet“ wenige Tage später ein von 27 führenden Virologen unterschriebener offener Brief, in dem die Labortheorie als „Verschwörungstheorie“ gebrandmarkt wurde.
Damit war der Ton gesetzt: Die Ansicht dieser vermeintlichen wissenschaftlichen Koryphäen galt fortan als unumstößlich, wer etwas anderes behauptete, galt als Wissenschaftsfeind, Schwurbler, Verschwörungstheoretiker et cetera. Drosten hat auch später immer und immer wieder daran festgehalten, die Labortheorie sei falsch. Nun behauptet er, die Diskussion um den Ursprung des Virus immer offen geführt zu haben – eine groteske Lüge, wie sich anhand seiner öffentlichen Einlassungen mühelos nachweisen lässt. So lautete etwa die Überschrift eines „Focus Online“-Artikel vom 14.05.2020: „Kompletter Unsinn“: Christian Drosten widerlegt Labor-Theorie – und bügelt Nobelpreisträger nieder“. In diesem Artikel heißt es: „Ist das Coronavirus auf natürlichem Wege entstanden oder stammt es womöglich doch aus einem Labor, wo es künstlich erzeugt wurde?
Drosten und Komplizen überführt
Top-Virologe Christian Drosten erklärt, warum es nur eine Antwort darauf geben kann – und bügelt dabei sogar einen Nobelpreisträger für dessen These nieder“. Alles deutet darauf mittlerweile darauf hin, dass das Corona-Virus keinen natürlichen Ursprung hatte und Drosten und seine Komplizen dies wussten und vertuschen wollten, weil sie selbst an der Gain-of-function-Forschung beteiligt sind oder waren. Dies zeigt sich auch an einer schriftlichen Stellungnahme des Virologen Professor Dr. Simon Wain-Hobson von Pasteur-Institut in Paris. „Bezüglich der Aussage von Dr. Wiesendanger: „Herr Drosten war Mitbegründer einer Initiative namens ‚Scientists for Science‘. Diese Bewegung hatte das Ziel sicherzustellen, dass die virologische Forschung frei von Beschränkungen bleibt“, ist der Unterzeichner der Meinung, dass dies der Hauptzweck der Initiative „Scientists for Science“ war und stimmt daher der obigen Aussage zu“, erklärte er.
Drosten will das alles weiterhin unter den Teppich kehren und Wiesendanger verbieten, es auszusprechen – und bei den Hamburger Richtern findet er dafür offenbar willige Helfer. Das Urteil soll am 17. April verkündet werden. (TPL)























